USA 2015 - Noch 6 Tage bis Abflug

In weniger als 1 Woche geht es los. Olli fliegt allein für 2 Wochen in die Staaten, um einen Halbmarathon zu laufen. Wie es dazu gekommen ist, wie die Zeitplanung aussieht und wieso New York nicht das Ziel ist, findet ihr hier: Das Projekt - USA 2015


Das ESTA-Visum ist beantragt und genehmigt, die Flüge sind seit geraumer Zeit gebucht und die Gastfamilie ist mittlerweile auch benannt worden. Es kann eigentlich losgehen.


Zunächst räume ich - Olli - aber noch den Blog um, sodass ich meine Erlebnisse hier wieder schriftlich festhalten kann...

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Tag 1: Auf geht's (Von Dresden über Frankfurt nach Chicago, Illinois, USA)

Heute ist es nun endlich soweit. Ich verlasse das erste Mal Europa und reise in die Staaten.

 

Der letzte Tag in Dresden war vor allem durch Packen und Zeit mit Karina und Alma geprägt. Letztere hat uns netterweise bis 7 Uhr schlafen lassen.


13:15 Uhr kam das Großraumtaxi mit Kindersitz, sodass wir zu dritt pünktlich am Flughafen waren. Der Abschied fiel vor allem Karina und mir schwer. Alma konnte sich durch die vielen Eindrücke leicht begeistern lassen. :-)


Der Flug nach Frankfurt war recht kurzweilig und nun sitze ich am Gate Z52 und warte darauf, in den Jumbo nach Chicago zu steigen.

 

Nachdem nun festgestellt wurde, dass sich ein Vogel im Vogel (genauer gesagt im Triebwerk) befindet, verzögert sich der Abflug um ca. eine halbe Stunde.


P.S.: Ich bin gut in Chicago angekommen und auch von der boarder control ins Land hineingelassen worden. Jetzt bin ich aber von der Reise erst mal völlig kaputt und hol mir meine Mütze Schönheitsschlaf.

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Tag 2: Schwer beeindruckt (Chicago, Illinois, USA)

Dass ich in Chicago neue Eindrücke gewinnen würde, war klar. Schließlich bin ich das erste Mal in den Vereinigten Staaten. Aber, dass es mich derart überwältigen würde, damit habe ich nicht gerechnet.

 

Der Tag ging, dem Jetlag sei Dank, bereits vor 6:00 Uhr los. Meine übliche Dosis Schlaf von reichlich 7 Stunden habe ich nicht bekommen, konnte dafür aber schon vor dem Aufstehen mit meinen beiden Mädels telefonieren. :-)

 

Da ich nicht schlafen konnte, bin ich eine kleine Runde spazieren gegangen. Die Neugier trieb mich vor die Tür und der Michigansee ist nur 5 Minuten zu Fuß entfernt. So wurde ich freundlich durch die Sonne begrüßt und spazierte gut gelaunt zurück.

Ein Sandwich mit Peanut-Butter später, ging es erst mal an die Pflicht des Tages: 14 km Laufen + Dehnung standen auf dem Programm. Immer am See entlang, bin ich tatsächlich auf den heute stattgefundenen  Chicago Marathon gestoßen. Eine jubelnde Menge sowie ein kreisender Hubschrauber ließen mich aufhorchen und ich lief instinktiv in die richtige Richtung. Ich sah mir nur einen Bruchteil der 45.000 gemeldeten Läufer an.

 

Gegen 12:00 Uhr war ich dann bereit, die Stadt zu erkunden. Mit der S-Bahn ging es non-stop bis ins Herz der 2,7 Millionen Einwohner Metropole. Ich kam aus der unterirdischen Station und - booom - war überwältigt. Ich befand mich inmitten von Hochhäusern. Wahnsinn! Stundenlang lief ich durch die Straßen und dachte immer wieder, ich müsste nun alles gesehen haben, um dann doch wieder den nächsten, noch höheren Turm zu entdecken. Und auch wenn es immer laut war (große Autos mit dicken Motoren, permanentes Hupen der genervten Fahrer, Martinshörner, ...) fällt mein erstes Fazit äußerst positiv aus. Ich bin beeindruckt und gespannt, was ich morgen entdecken werde...

Und hier noch zwei Videos:


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Tag 3: Go, Bulls! (Chicago, Illinois, USA)

Bis zum Mittag habe ich es heute ruhig angehen lassen. Glücklicherweise hatte ich mir gestern noch ein paar gesunde Sachen gekauft, sodass ich zum Frühstück nicht auf Toast angewiesen war. Ähnlich der Elternzeit in Schweden, gab es ein Müsli zum Morgen - mit frischem Ingwer sowie mitgebrachten Gewürzen (Kurkuma, Pfeffer, Chili und Zimt). Ein paar Blaubeeren und Banane dazu und schon passt es.


Am Nachmittag bin ich in die Stadt gefahren. Nachdem ich die U-Bahn verlassen hatte, wurde ich von einer Parade von Amerikanern mit italienischer Abstammung begrüßt. Ich bin wieder ein Weile herumspaziert und habe unter anderem in der drittgrößten Stadt Amerikas den größten Bahnhof der Welt kennengelernt.


Zum Abend stand dann mein größtes Event des Tages an. Schon als Jugendlicher habe ich gelegentlich die NBA und vor allem die Chicago Bulls (mit Michael Jordan) verfolgt. Gestern stieß ich zufällig darauf, dass heute ein Vorbereitungsspiel für die anstehende Saison stattfindet. Und da wollte ich hin!


Für ein Vorbereitungsspiel war das United Center mit reichlich 21.000 Zuschauern recht voll. Maximal passen 23.500 Leute in die Halle. Auch wenn die Bulls mit 115:123 gegen die New Orleans Pelicans verloren, war es ein gigantisches Spektakel. Das Publikum wurde clever von Hallensprechern, Showacts und unzähligen Chearleedern eingeheizt - das war professionell und kam super an. Und wie die Amerikaner so ticken, habe ich auch kennengelernt: Meine nette Nachbarin stellte mich nach kurzem Smalltalk ihrer Familie (Mann, Freundin, Tochter, Enkelin) gleich mal als ihren "Oliver, my new friend from Germany" vor. :-)

Und hier noch ein paar Videos:


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Tag 4: Sieg der "Cubs" (Chicago, Illinois, USA)

Den Vormittag habe ich es ruhig angehen lassen. Gegen Mittag gönnte ich mir mein letztes intensives Training (Intervalltraining 3x 100m (STL) + 5x 1km (GA2) + Lauf-ABC) vor dem Wettkampf. 11 km sind immerhin zusammengekommen...

 

Anschließend habe ich mit meinen Mädels per Skype "zu Abend" gegessen - also vielmehrAlma dabei zugesehen. Gut, dass es die Möglichkeit der Videotelefonie gibt. Karina und ich freuen uns sehr, zu beobachten, wie Alma ins Handy winkt, um den Papa zu begrüßen.

 

Am Nachmittag bin ich wieder in die Stadt gefahren. Kurzentschlossen und neugierig bin ich vorzeitig am Stadion der "Chicago Cubs" ausgestiegen, um mir mal so eine Baseball-Stätte anzusehen. Und es war unglaublich. Die Cubs hatten gerade ein Spiel und überall wuselten Fans umher. Im Stadion sowieso, drum herum und - witzig zu sehen - auf den Dächern der anliegenden Häuser. Diese waren sogar extra mit Tribünen ausgestattet und wurden offiziell als "Wrigley Field Rooftop Club" beworben. Schaut euch das offizielle Video an, ist echt interessant. :-) Letztlich gewannen die Einheimischen das Spiel und erreichten etwas Großes in ihrer Vereinsgeschichte*.

 

Nach der Aufregung setzte ich mich wieder in die S-Bahn und schaukelte in die Stadt. Schon am dritten Tag hatte ich die Unruhe der Millionen-Metropole etwas satt und suchte nach grünen und vor allem ruhigen Flecken und wurde am Rande des "Grant Park" fündig. Dort konnte ich mich ein paar Minuten hinsetzen, entspannen und in Ruhe Buch lesen.

 

Bevor es wieder zurück "nach Hause" ging, machte ich einen Abstecher zum Italiener und aß eine Calzone mit einem Salat. Währenddessen lief das Spiel der Cubs (siehe oben) und als der bereits erwähnte Sieg* eingefahren wurde, waren im Diner und in der Stadt die Hölle los. Alle waren aufgeregt und tauschten sich über den Erfolg aus. Auch beim nächtlichen Spaziergang durch Chicago nahmen das Treiben und die Aufregung kein Ende. Da geriet es fast in Vergessenheit, die Schönheit der Dunkelheit im Kontrast zu den beleuchteten Straßen und Hochhäusern zu bewundern...


*Dank Philipp, dem Baseball-Experten der Familie, erfuhr ich nun noch folgende Details zum Sieg:

"Sie haben die erste Runde der Playoffs gewonnen und sind damit weiter. Dies ist zum ersten mal bei einem Heimspiel passiert. In der nächsten Runde geht es um den Sieg in der National League und danach in die World Series."

Und wieder ein Video aus "Windy City":


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Tag 5: Pause (Chicago, Illinois, USA)

Vom heutigen Tag gibt es nicht viel zu berichten. Ich habe die Zeit genutzt, um mich seelisch und moralisch ein wenig auf Columbus und den Halbmarathon vorzubereiten. Wann geht morgen mein Flug? Wie komme ich zum Flughafen? Werde ich abgeholt?


Zwischendurch war ich in einem Supermarkt einkaufen. Letztlich ist alles so, wie bei uns - nur ein bisschen größer. ;-) Ich habe mich auf "organic"- (bio-) Sachen gestürzt und erst zu Hause festgestellt, dass ein kleiner Becher Joghurt dann schon mal 3 Dollar kosten kann... Naja, passiert.


Den Nachmittag habe ich mir dann ein paar Serien gegönnt, bevor ich am Abend noch eine Runde spazieren war. McDonald's, Dunkin' Donuts, Burger King habe ich auch schon bei uns gesehen. Aber die Dichte an Fast-Food-Restaurants ist hier in Chicago und auch im Vorort "Thorndale" weitaus dichter als in Dresden - wenn man mal die Neustadt außen vor lässt. Gut, dass ich schon auf meiner Verdauungsrunde war und nicht auf die Futtermöglichkeiten zurückkommen musste.

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Tag 6: Bye Chicago. Hi Columbus. (Von Chicago, Illinois nach Columbus, Ohio, USA)

Heute Morgen hieß es erst einmal Sachen packen. Das ging schnell, schließlich musste ich ja nicht überlegen, was alles mitkommt, sondern lediglich dafür sorgen, dass alles in die Taschen passt. :-) Und auch wenn es Bauarbeiten an der S-Bahn in Richtung Stadtzentrum gab, bin ich doch knapp aber pünktlich am Flughafen angekommen.

 

Der Flug verlief reibungslos. Bei schönstem Wetter konnte ich von meinem Fensterplatz die Skyline von Chicago genießen. Da wurde mir erst einmal bewusst, wie riesig die Stadt eigentlich ist und wie viele Hochhäuser es gibt. Unglaublich!

 

Rick erwartete mich bereits am Flughafen in Columbus an der Gepäckausgabe und hat mich über meinen Code "the guy with the red Rucksack and the orange bag" direkt erkannt. Wir haben uns auf dem Weg "nach Hause" gut unterhalten und ich fühle mich sehr freundlich empfangen. Eine knappe halbe Stunde später waren wir dann schon am Ziel und ich lernte Becky, Ricks Frau und meine Gastgeberin, kennen. Ich bin gespannt, was mich in Columbus erwartet. Ideen gibt's schon einige. :-)

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Tag 7: Go, Blue Jackets! (Columbus, Ohio, USA)

Der heutige Tag, war der bisher mit Abstand intensivste.


Nachdem wir - Becky, Rick und ich - gestern bis in den heutigen Tag hinein geredet haben, war die Nacht ziemlich kurz. Um 8:00 Uhr musste ich bereits von meiner letzten Trainingseinheit vor dem Halbmarathon am Sonntag zurück sein und entsprechend zeitig aufstehen.


Um 10:00 Uhr haben wir uns mit den anderen 4 Dresdner Läufern und einer Handvoll Vertretern des ehrenamtlichen Vereins "Dresden Sister City" getroffen. Wir haben gemeinsam die Stadt erkundet: Wir haben das "State House" (vergleichbar mit dem Landtag) besucht und haben in großer Runde im Restaurant "Dempsey's" Mittag gegessen. Der gemeinsame Abschluss war eine Flanierrunde im "North Market", einem Verbund 35 regionaler, unabhängiger voneinander arbeitender Anbieter von Delikatessen.


Dann konnten wir das erste mal echte "Läufer-Luft" schnuppern. Auf der Läufermesse, bei der sich auch viele bekannten Sport-Anbietern präsentierten, wurden die Start-Unterlagen ausgegeben. Diese haben wir freudig in Empfang genommen und wir haben festgestellt, dass eine amerikanische T-Shirt-Größe "large" deutlich größer ist, als eine europäische "L".


Nachdem wir dann noch zu dritt intensiv die Messe inspizierten, mussten wir uns um die Kohlenhydrat-Aufnahme kümmern. Nichts leichter als das: Der nächste Italiener war nicht weit entfernt und wir aßen im "Buca di Beppo" - einem sehr urig und liebevoll eingerichtetem Restaurant - unsere Pasta.


Abends dann ein weiteres sportliches Highlight aus der Zuschauer-Perspektive:

Nachdem ich bereits in Chicago die Bulls Basketball (NBA) und die Cubs Baseball (MLS) spielen gesehen habe, ging es heute mit Becky und Rick zu den Columbus Blue Jackets (CBJ) in die NHL, um Eishockey zu schauen. Die 5. Niederlage (3:6) gegen Toronto im 5. Spiel der Saison tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch und wir genossen das Event. Interessant für mich, neben dem eigentlichen Spiel, waren die vielen Parallelen zu den Chicago Bulls: Großes Event, mit toller Stimmung, vielen Cheerleadern und verschiedenen Aktionen drumherum.

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Tag 8: Go, Bucks! (Columbus, Ohio, USA)

Nach unserem Eishockey-Event haben wir wieder die halbe Nacht geredet und es ging erst gegen 2:00 Uhr ins Bett. Entsprechend spät startete heute der Tag.


Um 12:00 Uhr haben wir uns in einer größeren Gruppe im "German Village" getroffen. Dieses wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern gegründet und wuchs bis zum Beginn des ersten Weltkriegs stark an. Sehenswürdigkeiten wie der Schillerpark mit einer Statue des deutschen Dichters und dem "Mädchen mit dem Regenschirm" oder der niedliche Buchladen "Bookloft" laden zum entspannten Flanieren ein. Im Café "Juergen's" gab es mit deutschen Backwaren den kulinarischen Abschluss des Treffens


Am frühen Abend bin ich mit Becky und Rick sowie mit Felix, einem anderen Dresdner Läufer, zum Football-Stadion gegangen. Da das Spiel der "Ohio Stats Buckeyes", das heimische Universitäts-Team, gegen Penn State erst 20:00 Uhr startete und der Lauf morgen schon um 7:30 Uhr losgeht, haben wir nicht das Spiel im Stadion gesehen, uns aber für den Empfang der Mannschaft und das Warm-up durch die "Marching Band", einer speziellen Ausprägung des Blasorchesters, entschieden (siehe Videos unten). Es war unglaublich, dass bereits dafür ein Basketball-Stadion gut gefüllt war.


Das eigentliche Spiel haben wir, zumindest teilweise, zu Hause im Fernsehen geschaut. Aktuell führen die Buckeyes mit 21:10. Bemerkenswert hier: Das Spiel der Uni-Mannschaft verfolgen allein im Stadion über 100-tausend Zuschauer, während lt. Wikipedia das größte Stadion in Europa, das Camp Nou in Barcelona, Platz für gerade mal knapp 99.000 Zuschauer bietet. Und das Spektakel drumherum ist gigantisch...

Und hier ein paar Videos:


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Tag 9: Bestzeit für meine Mädels (Columbus, Ohio, USA)

Heute war es endlich soweit: Der eigentliche Auslöser der Reise, der Halbmarathon, stand auf dem Programm. Bereits um 7:30 Uhr war das Startfeuerwerk angesetzt, sodass der Wecker um 4:15 Uhr klingelte. (Das Football-Spiel gestern ging übrigens bis ca. 23:30 Uhr.)

 

Das Thermometer zeigte 32° Fahrenheit (= 0° Celsius) an und die Fahrer mussten kräftig ihre Autos frei kratzen. Das war für uns Dresdner aber nicht so schlimm. Nicht (nur), weil unsere Gastfamilien uns nicht kratzen lassen wollten, sondern weil wir einen Zugang zum VIP-Zelt bekamen. Das war für ca. 50 Läufer - inklusive der Laufelite (es gab sogar einen neuen Streckenrekord) reserviert und schön warm, während die anderen ca. 18.950 Läufer frieren mussten...

 

Im 1. Startblock (A) überquerte ich um 7:32 Uhr die Startlinie und es ging mit Feuerwerk los. Ein unglaubliches Rahmenprogramm begleitete uns kontinuierlich auf der Strecke: Bands, Zuschauer, DJs, Verpflegungsstände und, und, und. Alles war vorhanden.

 

Besondere Highlights waren jedoch die Kinder (Patienten) des "Nationwide Children's Hospital" (Kinderkrankenhaus). Jede Meile wurde einem Kind gewidmet und es wurde Einblick in die Schicksale der noch so jungen Menschen gegeben. Bspw. gab es ein kleines Mädchen, das mit 12 Jahren einen Tumor der Größe einer Walnuss hatte und 1 Jahr nach der Behandlung als geheilt galt. Die Kinder waren an der Strecke präsent und die Läufer konnten, so sie denn wollten, mit ihnen und den Helfern / Pflegern abklatschen. Ich habe kein Kind verpasst! Es war schön, das Leuchten in ihren Augen zu sehen.

 

Für mich waren die Kinder äußerst bemerkenswert und der Lauf wurde so besonders emotional. Als junger Papa hat mich das nicht kalt gelassen, sondern vielmehr zum Nachdenken angeregt. Es hat mir gezeigt, wie gut es uns als kleine Familie geht und wie dankbar wir sein können, dass es uns Dreien so gut geht und an nichts fehlt. Ich hoffe, das bleibt auch so. Nicht nur deswegen bin ich heute für meine beiden Mädels gelaufen, habe ganz oft und intensiv an sie gedacht und hatte fast durchgehend ein genussvolles Lächeln im Gesicht. :-)

 

Um 9:06 Uhr bin ich mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:34:30 h im Ziel angekommen(*). Mit der 1:35:00 h hatte ich zwar geliebäugelt, hätte ein Unterbieten jedoch nicht ernsthaft für möglich gehalten. Dennoch ist es so gekommen und ich bin überglücklich. Und dass die Zeit nicht von schlechten Eltern ist, zeigt auch das Gesamtergebnis: Von 10.314 Läufern bin ich als 303. ins Ziel gekommen... Wow. :-)

 

Nach dem Lauf ging es erst einmal zurück ins VIP-Zelt, wo eine  intensive Massage auf mich wartete. Fast 20 Minuten wurden meine Beine durchgeknetet und es war eine Wohltat. Zur Belohnung "celebrating Sunday" haben Becky, Rick und ich uns ein Essen im nahegelegenen "Beechwold Diner" gegönnt, bevor Rick und ich im "Easton Town Center", einer großen, als Kleinstadt angelegten, Mall shoppen waren. Dort habe ich auch etwas Unglaubliches entdeckt: Es gibt in Amerika für die Autofahrer die Möglichkeit, wie an einer Tankstelle an Automaten heranzufahren und aus dem Fenster heraus, ohne aussteigen zu müssen, Geld abzuheben. Unfassbar.

 

Zum Abend gab es noch ein weiteres Highlight. Extra für mich haben Becky und Rick die Vorbereitungen auf Halloween (Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November) nach vorn gezogen. Gemeinsam mit Freunden haben wir Kürbisse ausgehöhlt und ausgeschnitten, sodass Kerzen in den Korpus gestellt werden und Gesichter in die Nacht grüßen können. Die Bastelei ist uns super gelungen und wir hatten in geselliger Runde viel Spaß.

 

@Ronald:
Lt. Hochrechnung (t1' = t1 * (s2 / s1)^k) und unter Berücksichtigung des Ermüdungskoeffizienten (k) von 1,07 hätte ich mit meiner heutigen Form auf den Marathon eine Zeit von unter 3:20 erreicht...

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Tag 10: Ein Abschluss mit Frischluft (Columbus, Ohio, USA)

Nachdem wir heute ausgeschlafen hatten, ging es zu dritt ins ca. 65 Meilen (ca. 100 km) entfernte Naturreservat "Hocking Hills" nach "Old Man's Cave" und "Conkle's Hollow". Felix (ein anderer Dresdner Läufer), Dan und ich sind mehrere Stunden durch die wunderschöne Landschaft spaziert und haben die frische Luft und die Umgebung sehr genossen.


Im direkten Anschluss fand ein Empfang für die Helfer und Gastfamilien des Marathon-Austauschs statt. Dorit, gebürtige Meißnerin und Hauptorganisatorin, begleitete den offiziellen Teil und führte durch den Abend. Selbst ein intensives Fotoshooting wurde durchgeführt. :-)


Später fanden Becky und Rick noch Zeit, mit mir den weiteren Abend zu verbringen. Gemütlich am Feuer sitzend, gab es für "the German" noch den amerikanischen Zucker-Schock:
Marshmallows und "S'Mores" (von "some more's" - warme Marshmallows mit einem Stück Schokolade auf süßem Keks) standen auf der Speisekarte. Nebenbei präsentierte ich den Beiden in einer kurzen Zusammenfassung die wesentlichsten Erlebnisse der dreimonatigen Elternzeit mit dem Fahrrad.

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Tag 11: Bye C'bus. Hi D.C. (Von Columbus, Ohio nach Washington, D.C., USA)

Nach circa 4 Stunden Schlaf, einer schnellen Dusche, einem kleinen Frühstück und ausgiebigen Packen brachte mich Becky zum Flughafen. Dort trennten sich unsere Wege nach 5 wundervollen gemeinsamen Tagen mit meinen Gast-"Eltern". Auch der Platz in der ersten Reihe mit Beinfreiheit und ohne Nachbarn konnte die Traurigkeit darüber nicht vollständig verhindern.


In D. C. angekommen, entschied ich mich spontan, das nahe des Flughafens gelegene Luft- und Raumfahrt-Museum ("air and space museum") im Hangar des "Stefen F. Udvar-Hazy Center" zu besuchen. Neben vielen kleineren Flugzeugen, Hubschraubern, Satelliten, ..., gab es 5 Haupt-Attraktionen:

  1. Das Überschall-Aufklärungsflugzeug "Lockheed SR-71A Blackbird"
  2. Das Raumschiff (space shuttle) "Discovery"
  3. Der Langstreckenbomber "Boeing B-29 Superfortress Enola Gay"
  4. Das Passagierflugzeug "Boeing 367-80 'Dash 89'"
  5. Das Überschall-Passagierflugzeug "Concorde"

Als mein Durst nach Wissen gestillt war, verbrachte ich über 2 Std. damit, vom Museum durch die Stadt bis zur gebuchten Wohnung zu kommen. Von der Stadt selbst habe ich nicht viel gesehen, war aber von den Metro-Stationen sehr begeistert. Es wirkte auf mich alles sehr strukturiert und gepflegt.


Abends bin ich noch eine ca. 6 km lange Runde spazieren gegangen. Ich wollte einfach mal ein bisschen die Umgebung erkunden. Bis zum Hauptbahnhof ("union station") bin ich gekommen. Ein sehr mächtiges Gebäude mit vielen Shops und vielen Menschen im Innern. Auffällig war, dass der Ablauf des Zugverkehrs dem des Flugverkehrs zu entsprechen scheint. Einchecken, Sicherheitskontrolle, zum Gate gehen und warten. Das Gepäck darf bestimmte Größen nicht überschreiten und es ist nur 1 Handgepäck zulässig. Nach der Ankunft heißt es auf den Koffer warten und hoffen, dass das Förderband die eigenen sieben Sachen irgendwann antransportiert.

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Tag 12: Museums-Marathon (Washington, D.C., USA)

Mit dem heutigen Tag habe ich bewiesen, dass ich durchaus auch ein typischer Tourist sein kann.


Zwar habe ich es vor dem Frühstück mit Laufen probiert, aber meine Waden haben nach ca. 300 m dicht gemacht und ich spazierte wieder Heim. War nicht schlimm, ich habe meine Kilometer anderweitig gesammelt. Nach dem Frühstück und einer ausgedehnten Skype-Session mit Alma, Karina und meinem Opi bin ich in die Stadt losgezogen.


Als erstes ging es zum "US Capitol". Dort finden die Gesetzgebung (Legislative) und entsprechend die Sitzungen des Senats ("Senate") und des Repräsentantenhauses ("House of Representatives") statt. Leider ist die Kuppel derzeit in der Restaurierung und war von einem Gerüst umgeben.


Weiter ging es am Park "Washington Mall", der derzeit leider ebenfalls umgebaut wird, zum "National Museum of the American Indian". Über insgesamt 4 Etagen gibt es in dem beeindruckenden Gebäude viel über die Geschichte Stämme der Ureinwohner zu erkunden.


An "Air and Space Museum" und "Hirshhorn Museum of Modern Art" vorbei, ging ich durch den Garten des "National Museum of African Art" hinein ins "Smithsonian Institution Building". Dieses ist Informationspunkt und Verwaltung der "Smithsonian Institution". Die Institution ist nach dem britischen Mineralogen und Chemiker James Smithson benannt, der sein Vermögen den USA vermachte, damit in Washington eine Einrichtung zur "Mehrung und Verbreitung des Wissens unter den Menschen" gegründet wird. Alle in diesem Artikel genannten Museen gehören dazu und sind für jedermann kostenlos.


Anschließend war ich im "Museum of Natural History". Ein weiteres sehr beeindruckendes Gebäude mit vielen Exponaten rund um die Tierwelt. Vom Elefanten, der im Eingangsbereich zu sehen ist, über einen Wal an der Decke hängend bis zu Skeletten von Dinosauriern war alles dabei. Ich habe sogar einen großen (lebenden) Käfer in der Hand gehalten. :-)


Gleich nebenan steht das "Museum of American History". Hier war viel über die Themen "Entwicklung des Transports", "Kriege mit amerikanischer Beteiligung" und "die Präsidenten der USA" zu sehen. Auch gab es einen Bereich, der sich mit dem "Wandel des Essens in den USA in den letzten 50 Jahren" beschäftigt. Wohl wichtigster Punkt ist der "Star-Spangled Banner", der 1814 Francis Scott Key bei der Komposition für die uns allen bekannte und seit 1931 offizielle Nationalhymne der USA als Anregung gedient hatte.


Bei herrlichem Sonnenschein ging ich weiter zum "Washington Monument". Umrahmt von unzähligen amerikanischen Flaggen, ist der knapp 170 m hohe Obelisk aus Mamor Anlaufstelle für Touristen und Jogger gleichermaßen. Drum herum befinden sich viele Wiesen, die zum Vitamin D Tanken super geeignet waren und auch von Fußball- und Baseball-Mannschaften zum Trainieren genutzt wurden. 


Dann ging es zum meinem persönlichen Highlight des Tages: Das Weiße Haus - Amtssitz und offizielle Residenz des Präsidenten sowie Herberge des Büros des Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten. Von vielen Mitgliedern des "Secret Service" bewacht, herrschte eine etwas unruhige Stimmung. Die Straßen um das Weiße Haus wurden plötzlich abgeriegelt und der angrenzende Park wurde geräumt. Das lockte viele Neugierige an und eine ganze Weile war Ruhe, bevor zunächst zwei Hubschrauber aus dem Komplex aufstiegen und ein Konvoi das Areal verließ. Zu erkennen war natürlich niemand, aber spannend und interessant war es dennoch. :-)


Insgesamt bin ich heute 15,76 km, über den ganzen Tag verteilt, gelaufen, habe 4 Museen besucht und war zum Schluss sogar noch shoppen. Damit gehe ich heute sicher als typischer Tourist durch.

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Tag 13: Eine tierische Freude (Washington, D.C., USA)

Heute war ich im "Smithsonian's National Zoo". Wer den gestrigen Artikel gelesen hat, erkennt, dass dieser ebenfalls durch die Smithsonian-Stiftung betrieben wird und somit für jedermann kostenlos ist.


Insgesamt ist der Zoo sehr weiträumig angelegt und man bekommt viele Tiere zu sehen. Vögel, Raubtiere, Elefanten, ... alles ist dabei. Nach reichlich 3 Stunden war ich geschafft, bin wieder Heim gefahren und habe meine Sachen gepackt. Morgen geht's zurück nach Deutschland.


Ich freue mich schon, wenn ich das nächste Mal nicht allein in einen Zoo gehe, sondern hoffentlich von meinen beiden Mädels begleitet werde. :-)

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Tag 14: Der Weg zurück (Von Washington, D.C., USA über Frankfurt nach Dresden)

Der heutige Tag ist kurz umrissen. Nachdem ich früh meine letzten Sachen zusammengepackt habe (oh, ein Wunder, trotz zweier Shopping-Touren hat nach längerer Tüftelei alles in Rucksack und Tasche gepasst), bin ich noch etwas spazieren gewesen. Die Gegend um die "Catholic University of America" wollte erkundet werden. Der Papst war auch erst kürzlich (im September da), also wollte ich auch mal vorbei schauen.

 

Besonders beeindruckend war die nahe gelegene Basilika "Basilica of the National Shrine". Sie ist die größte römisch-katholische Kirche in den Vereinigten Staaten und eine der größten Kirchen der Welt. An den Touristen-Strömen war das nicht zu erkennen, ich war fast allein dort.

 

Inzwischen bin ich am Flughafen angekommen, habe meine Tasche abgegeben und die Security überstanden, habe eine Kleinigkeit gegessen und warte auf mein Flug. In ca. 2 Std. ist Boarding - also alles sehr entspannt. Ich hoffe, mein Plan geht auf: Die Nacht vorher wenig schlafen, viel Spazieren gehen (auch auf dem Flughafen) und dann abends kaputt sein und durchschlafen. :-)


Update:

Die Rückreise ist gut überstanden. Der Überlandflug war schnell vorbei, habe ich doch nahezu durchgängig geschlafen. Meine Strategie ist auch aufgegangen, denn so war es für mich wie "zeitig ins Bett gehen" am Freitag und aufgrund der unkomfortablen Schlafhaltung "schlecht geschlafen" am Samstag. Einen echten Jetlag verspüre ich aber nicht.

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Die USA-Reise: Zeit für ein Dankeschön

Alle Artikel meiner Reise in die USA findet ihr hier: Link

Dankeschön

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal herzlich bedanken. Zum einen natürlich, dass ich von (Alma und) Karina die Freigabe bekommen habe, allein für 2 Wochen zu verreisen. Ursprünglich waren ja "nur" 5 Tage für den Marathon-Austausch geplant, aber wenn man schon in die Staaten fliegt, dann liegt es nahe, auch gleich noch ein bisschen mehr zu sehen. Und auch wenn wir ein bisschen über Skype kompensieren konnten, habe ich meine beiden Mädels vermisst. :-)

Außerdem noch mal ein herzliches Dankeschön an Becky und Rick. Vielen Dank für's Anfeuern, für's Hin- und Herfahren, für Verpflegung und Unterkunft, für's Kürbis-Schnitzen, für die Marshmellows und "S'more" und die vielen netten Gespräche. Kurzum: Für die zwar durchgeplante und dennoch völlig entspannte Atmosphäre und angenehme Zeit!


Ihr wart die besten Gast-"Eltern", die ich mir hätte wünschen können. Ich sag nur: "OH" - "IO"! :-)

Und ein Dankeschön an alle, die so positiv zum Marathon-Austausch beigetragen haben. Antje in Dresden und Dorit in Columbus, alle Läufer (Miriam, Felix, Niko und Sebastian) und die fleißigen Helfer / Ausrichter von der Organisation "Dresden Sistercity". Das hat Spaß gemacht mit euch. :-)

Ein kleines Fazit

Chicago

Von Chicago sind mir vor allem zwei Sachen im Gedächtnis geblieben. Erstens die Stadt an sich. Die vielen Hochhäuser waren sehr überwältigend. Zweitens das Leben und Treiben in der Stadt und in der Metro. Überall waren Künstler unterwegs und es gab etwas zu erleben. Drummer, Sänger, Stepper, ... Ich fand es klasse.

 

Columbus

In Columbus war der Eindruck ein völlig anderer. Das liegt natürlich auch daran, dass ich zwangsläufig viel Kontakt zu anderen Menschen hatte. Hier gab es insgesamt ein straffes Programm. Die Zeit habe ich sehr genossen und das Kontakte-Knüpfen auch - vor allem natürlich mit Becky und Rick. 

 

Der Lauf

Der Halbmarathon - der eigentliche Grund der Reise - war auch ein tolles Erlebnis. Nicht nur wegen der persönlichen Bestzeit. Die Begeisterung der Amerikaner für Sport ist gewaltig. (Das habe ich ja auch bei den Chicago Bulls im Basketball, den Chicago Cubs im Baseball, den Columbus Blue Jackets im Eishockey und den Columbus Buckeyes im American Football erlebt.) Die Strecke war voller jubelnder Menschen und Musik. Und die Kinder des Children's Hospital an jeder Meile brachten mit ihren persönlichen Geschichten nicht nur meine Gedanken- und Gefühlswelt durcheinander, sondern gaben eine extra Portion Schwung.

 

Hier noch ein paar offizielle Links:

 

Washington D. C.

In Washington war es schön zu sehen, dass eine Großstadt auch viele Grünflächen haben kann. Und drum herum gibt es die vielen kostenlosen Museen. Der Mix aus Großstadt, Grünflächen und Museen allein ist schon eine Reise wert. Aber natürlich sind das Weiße Haus, das Washington Monument und die vielen Gedenkstätten echte Touristen-Leckerbissen.

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