Zugspitze '17: Tag 15 - Ein letztes mal austoben (25,5 km)

Am letzten Urlaubstag konnten wir uns noch einmal richtig austoben. Nach einem Leberkäse-Frühstückspicknick in Partenkirchen hat sich Karina zu Fuß auf den Weg gemacht, um den Wank zu besteigen. Alma und ich haben derweil den Mietwagen abgeholt und sind Karina mit der Seilbahn gefolgt. Im Wankhaus haben wir uns zum gemeinsamen Kaiserschmarrn-Essen getroffen.

Anschließend begann für mich der läuferische Teil. Über Stock und Stein ging es vom Wank in einer knappen Stunde stetig bergab bis zur Talstation der Seilbahn. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht, aber auch stark die Oberschenkel beansprucht. Erholen konnte ich mich auf dem Weg durch's Tal von Garmisch-Partenkirchen in Richtung Kramer.

Der Einstieg erfolgte am (alten) Bayernhaus. Von dort ging es stetig bergauf - zunächst über Forststraßen, durch Wald und weiter oben über alpines Gelände. Am Roßkopf angekommen, war die schwierigste Passage abgearbeitet und ich wurde mit einem herrlichen Blick auf den Wank zum einen und das Zugspitzmassiv zum anderen belohnt.

Weiter ging es zum höchsten Punkt des Ausflugs, dem Kramerspitz ("Kramer"). Auch hier bot sich ein spektakulärer Blick auf die Berge auf den anderen Seiten von Garmisch-Partenkirchen. Flugzeuge und Hubschrauber flogen durch's Tal und ich konnte auf sie von oben herabschauen, wie auf Spielzeug. Ein faszinierender Anblick.

Der Weg zur Stepbergalm ließ mein Trail-Läuferherz besonders hoch schlagen. Ein wunderbarer Trampelpfad, der leicht bergab verlief, lud zum schnellen Laufen und viel Spaß haben ein. Nach einer Apfelschorle und einem alkoholfreien Weizen waren die Akkus wieder aufgeladen und bereit für die letzte Etappe. Am "gelben Gwänd" vorbei ging es zurück nach Garmisch-Partenkirchen, wo ich mich mit meinem beiden Mädels verabredete. Wir trafen uns wie geplant, holten uns etwas zu Essen "to go" und genossen es am Rießersee sitzend unter blauem Himmel.

Zugspitze '17: Tag 09 - Lauf auf die Zugspitze V2 (46,7 km)

Nachdem es am vergangenen Sonntag mit Johannes leider nicht geklappt hat, die Zugspitze (mindestens bis Sonnalpin) zu erlaufen, habe ich heute einen zweiten Versuch gewagt. Das Wetter war einfach zu einladend, die Sonne zu strahlend und das Ziel zu greifbar. Dieses mal ging es mit deutlich mehr Gepäck auf den Weg zu Deutschlands höchstem Gipfel...

In Vorbereitung auf den heutigen zweiten Versuch, habe ich mich mit verschiedenen Personen (Ansprechpartner am Sonnalpin; Wanderer, der zum Sonnalpin aufgestiegen ist) abgestimmt. Das Ergebnis lautete:

  • Lawinen sind keine große Gefahr, da die großen Lawinen bereits abgegangen sind.
  • Der Aufstieg bis zur Knorrhütte ist kein Problem (so hatten es Johannes und ich auch wahrgenommen)
  • Ab Knorrhütte wird es sehr winterlich und man trifft auf eine Menge Schnee

Mit diesen Erkenntnissen habe ich mich im Bergsteigerladen "WN alpin" in Garmisch (absolute Empfehlung!) beraten lassen und mir letztlich ein paar Schneeschuhe (Firma tubbs, Modell Mount Mansfield) ausgeliehen. Und sollte es nicht so klappen, wie ich es mir vorgestellt habe, bliebe mir immer das Umdrehen oder vom Sonnalpin mit der Zugspitzbahn Heimfahren.

Nachdem ich die erste Herausforderung, die Schneeschuhe am Ultraleichtrucksack anzubringen, gemeistert hatte, brach ich um 7:30 Uhr zur Tour auf. An der Partnachklamm traf ich Werner (Besitzer des Bergsteigerladens) mit Frau Claudia und Sohn Christoph. Wir nahmen uns gern ein paar Minuten Zeit, um ein bisschen zu schwatzen. Dann ging es hoch motiviert weiter. Um 9:45 Uhr war ich an der Reintalangerhütte (2:05 netto).

10 Minuten (und eine Apfelschorle) später ging es weiter in Richtung Knorrhütte. Diese erreichte ich gegen 11:00 Uhr und legte einen kurzen Stop ein, um auf die sommerlichen kurzen Laufsachen eine dünne aber lange Schicht zu ziehen. Die ausgeliehenen Schneeschuhe hielten brav an meinem Rucksack und kamen ein paar hundert Meter weiter zum Einsatz. Das Gelände blieb vom Anstieg in etwa wie unterhalb der Knorrhütte, war nun aber winterlich weiß. Das Laufen in Wander- oder Trailschuhen wäre sicher prinzipiell möglich, aber sehr beschwerlich und frustrierend gewesen.

Unterwegs traf ich ein paar Jungs aus Aschaffenburg. Gemeinsam genossen wir die Umgebung und die fantastische Atmosphäre. Und immer wieder wurde ich um meine Schneeschuhe beneidet: "Des is a gscheite Idä gwen." Um 12:45 Uhr bin ich dann gemütlich am Sonnaplin angekommen.

Eine wichtige Entscheidung hatte ich hier zunächst zu treffen: Was mache ich mit meinem Geld? Investiere ich es in eine Talfahrt mit der Zugspitzbahn (31,50 Euro)? Oder nutze ich es, um mich zu stärken und zu Fuß wieder hinunter zu laufen? Ich entschied mich für Kaiserschmarrn, Almdudler und alkholfreies Hefeweizen - also den Rückweg per pedes. Erstaunlich ist, dass die Alpendolen offenbar dermaßen an die Touristen gewöhnt sind, dass sie sich in weniger als Armlänge zu mir an den Tisch gesetzt und die Reste meines Essens verspeist haben.

13:30 Uhr war ich wieder auf dem Heimweg. Jetzt kam der spaßigste Teil: Mit Schneeschuhen bergab gehen. Solange das Gelände nicht zu steil ist, ist das eine Mordsgaudi. Lange Schritte, im Schnee gleiten und gefühlt ohne viel Anstrengung schnell voran kommen. Einfach herrlich. Eine Dreiviertelstunde war ich schneller und bereits um 14:30 Uhr an der Knorrhütte. Und da musste ich unterwegs die Schneeschuhe noch an den Rucksack basteln. :-)

Auf die Pause an der Knorrhütte habe ich verzichtet und bin direkt weiter ins Tal. Unterwegs habe ich versehentlich mal die leichteste Route verpasst und bin in gerölliges Gelände gekommen. Aber dank Navi wusste ich, dass ich mich auf einer bekannten Strecke befand. Um 15:30 Uhr war ich dann an der Reintalangerhütte und genoss die mittlerweile üblichen 10 Minuten Pause mit einer Apfelschorle (wie auch schon auf meiner 50km-Runde vor ein paar Tagen).

So richtig Lust auf Laufen hatte ich mittlerweile nicht mehr, war doch der spannendste Teil vorbei. Trotzdem - schlapp machen gilt nicht. Also ging es weiter nach Garmisch. Noch 16 Kilometer und (fast) immer bergab - so der Plan. An der Bockhütte traf ich wieder auf Werner und Claudia vom Bergsteigerladen und wir plauderten ein paar Minuten. Das tat gut und motivierte mich für die letzten 10 Kilometer!

Da ich die Partnachklamm nun bereits 4x in diesem Urlaub gesehen hatte und ich wusste, dass es eine Alternativstrecke über die Partnachalm gibt, die von der Distanz nicht viel (ca. 1,5 km) länger ist, habe ich mich kurzfristig für Plan B entschieden. Was mir nicht bewusst war, dass der Unterschied vor allem in den Höhenmetern (ca. 260 Hm) lag. So kam ich nicht drumherum und musste noch ein paar deutliche Anstiege in Kauf nehmen. Letztlich habe ich es gemeistert und bin gegen 18:00 Uhr zurück an der Ferienwohnung gewesen.

Nun hieß es erst einmal herunterfahren und Bestandsaufnahme machen. Tut mir irgendetwas weh? Und wenn ja, was?

  • Kopf: in Ordnung
  • Arme: fit.
  • Rücken: der fühlte sich etwas komisch an - vermutlich eine Druckstelle von den doch relativ schweren Schneeschuhen am Rucksack - aber alles im grünen Bereich.
  • Füße / Beine: ein bisschen schwer, aber insgesamt fit

Doch Moment mal: Offenbar hatte ich am Morgen beim Nutzen der Sonnencreme meine Beine vergessen. Diese waren nun unterhalb der Hose und oberhalb der Socken unglaublich rot und fingen an stark zu brennen. Herrje - nun habe ich mir aus eigener Doofheit einen kräftigen Sonnenbrand geholt...

Nach einer ordentlichen Portion Kartoffeln mit Quark ging der ereignisreiche Tag auch schon dem Ende entgegen. Eine kleine Runde Spazierengehen war aber noch drin. Also gingen Alma und ich noch eine Runde "Steinchen in die Partnach werfen". Im Fluss konnte ich wunderbar meine "heißen Waden" abkühlen - Kneipp hätte seine Freude gehabt.

Die Etappen laut Aufzeichnung mit Uhr Garmin fenix 3 und Auswertung mittels Garmin Basecamp:

# Start Ende Dauer Abschnitt Distanz (Hm)
01 7:29 Uhr 9:41 Uhr 2:12 h Garmisch > Partnachklamm > Reintalangerhütte 15,9 km (+752 Hm, -119 Hm)
02 9:41 Uhr 9:48 Uhr 0:07 h Pause Reintalangerhütte -
03 9:48 Uhr 10:59 Uhr 1:11 h Reintalangerhütte > Knorrhütte 3,6 km (+652 Hm, -2 Hm)
04 10:59 Uhr 11:06 Uhr 0:07 h Pause Knorrhütte -
05 11:06 Uhr 12:41 Uhr 1:35 h Knorrhütte > Zugspitzplatt / Sonnalpin 3,3 km (+523 Hm, -9 Hm)
05a 11:17 Uhr 11:23 Uhr 0:06 h Anschnallen der Schneeschuhe -
Σ auf 7:29 Uhr 12:41 Uhr 5:12 h Gesamt Aufstieg (brutto) 22,8 km (+1.927 Hm, -130 Hm)
Σ auf     4:52 h Gesamtzeit Aufstieg (netto)  
 
06 12:41 Uhr 13:24 Uhr 0:43 h Pause Zugspitzplatt / Sonnalpin -
 
# Start Ende Dauer Abschnitt Distanz (Hm)
07 13:24 Uhr 14:28 Uhr 1:04 h Zugspitzplatt / Sonnalpin > Knorrhütte 3,0 km (+7 Hm, -511 Hm)
07a 14:08 Uhr 14:22 Uhr 0:14 h Abschnallen + Befestigen der Schneeschuhe -
08 14:28 Uhr 15:26 Uhr 0:58 h Knorrhütte > Reintalangerhütte 3,5 km (+1 Hm, -650 Hm)
09 15:26 Uhr 15:37 Uhr 0:11 h Pause Reintalangerhütte -
10 15:37 Uhr 18:00 Uhr 2:23 h Reintalangerhütte > Partnachalm > Garmisch 17,4 km (+256 Hm, -876 Hm)
Σ ab 13:24 Uhr 18:00 Uhr 4:36 h Gesamt Abstieg (brutto) 23,9 km (+264 Hm, -2.037 Hm)
Σ ab     4:11 h Gesamtzeit Abstieg (netto)  
 
# Start Ende Dauer Abschnitt Distanz (Hm)
Σ 7:29 Uhr 18:00 Uhr 10:31 h Gesamt (brutto) 46,7 km (+2.191 Hm, -2.167 Hm)
Σ     9:03 h Gesamtzeit (netto)  
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Zugspitze '17: Tag 04 - bergauf, bergab (51,0 km)

Heute hatte ich mir wieder einen Lauf vorgenommen. So um die 25km fand ich nach dem Lauf an der Zugspitze mit Johannes durchaus angemessen. Anne und Lutz hatten mir im Biergarten ein paar Tipps gegeben. Aus der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und geeigneten Strecken hatte ich mir dann eine passende Route (https://www.komoot.de/tour/16857363) gebastelt. Von Garmisch sollte es über Kreuzeck und Hupfleitenjoch ins Höllental durch die Höllentalklamm und zurück nach Garmisch gehen. Aber Pläne ändern sich...

Nach einem kräftigenden Müsli und dem zugehörigen Kaffe bin ich gegen 9:00 Uhr aufgebrochen. Im Gegensatz zum vergangenen Sonntag, hatte ich auch meine Laufstöcke dabei (und nicht vergessen). Und wieder hatte ich das Wetter auf meiner Seite: Sonnenschein bei leichter Bewölkung sind perfekt, wenn man braune Arme und nen käsigen Läuferkörper bekommen möchte. :-)

Bis zum Hupfleitenjoch ging alles gut, auch wenn der Weg bis dort hin (über den Hausberg und den Kreuzeck) nahezu durchgehend bergauf ging. Am Hupfleitenjoch bekam ich ein atemberaubendes Panorama auf die Zugspitze zu sehen. Ich kam aus dem Grinsen vor Freude gar nicht mehr heraus. "Jetzt muss ich also nur noch bergab ins Höllental", dachte ich...

Circa 3,5 km nach dem Hufpleitenjoch stand ich neben einer Brücke, die eigentlich über eine Felsspalte gehörte. Wie ich später erfuhr, ist dort eine Gerölllawine heruntergekommen und ein paar Brocken haben sich oberhalb der Brücke verhakt. Das Risiko, dass dort jemand zu Schaden kommt, sei zu hoch. Daher wurde die Brücke abgebaut und somit der Weg gesperrt. (Das Landratsamt überlegt sogar, ob die Brocken gesprengt werden und somit ein geordneter Abgang stattfinden kann.) Also musste die 250 heruntergelaufenen Höhenmeter wieder hinauf und zurück zum Hupfleitenjoch.

Ich hatte allerdings wenig Lust, die Strecke auf selben Weg wie hinauf auch wieder herunterzulaufen. Also nutze ich die moderne Technik und suchte mir eine Alternative. Der neue Plan hieß: Hinauf zur Hochalmbahn Talstation und weiter bis zum Bernadeiensteig. Diesen hinunter bis zur Bockhütte, die ich bereits mit Johannes schon im Reintal kennengelernt hatte. So habe ich es dann auch gemacht. Lediglich auf dem Bernadeiensteig lag immer mal wieder Schnee. Aber dank meiner neuen Schuhe (ja, ich musste mir am Samstag wirklich kurzfristig in Garmisch noch welche kaufen) und meinen wunderbar unterstützenden Laufstöcken konnte ich jede schwierige Passage bravourös meistern.

An der Bockhütte angekommen, gab es erst mal eine Apfelschorle. Die tat gut nach 28km. Einmal im Reintal angekommen hatte ich nun die Wahl, den direkten Weg nach Garmisch zu nehmen oder doch noch mal eine 11km Extrarunde zu drehen und zur Reintalangerhütte zu laufen. Da ich von dieser und dem zugehörigen Panorama nach dem Lauf mit Johannes aber dermaßen begeistert war, nahm ich den kleinen Umweg in Kauf.

Und wieder zog mich die Reintalangerhütte voll in ihren Bann. Ob es am Panorama oder an einer weiteren Apfelschorle und einer Brezel lag, weiß ich nicht so genau. Der Tag war da schon lang. Aber gelohnt hat sich der Besuch umso mehr, als ich Lutz (von unserer Begegnung in Ehrwald) traf und mich ein bisschen mit ihm austauschen konnte. Das gab mir auch für den Rückweg (es war mir zu dem Zeitpunkt schon bewusst, dass es noch mal ca. 16km sein würden) einen richtigen Schub an Motivation. Die nahezu stetigen Bergab-Passagen bis zur Partnachklamm waren auch das Richtige für den Heimweg.

Gegen 18:30 Uhr, also nach ca. 9,5 Std., erreichte ich dann endlich mein Ziel: Die Lodge - der nette Burger-Biergarten hat dienstags nämlich "Burger-Tag". Dort habe ich noch fürstlich gegessen und es mir gut gehen lassen. Die verwunderten Blicke der Einheimischen ließen auch irgendwann in den anderthalb Stunden nach. Was sie verwundert hat blicken lassen, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich allein war? Oder weil ich komisch aussah (in Sportsachen mit Rucksack, Bauchtasche und Stöcken)? Oder vielleicht, weil ich drei Getränke in Rekordzeit niedermachte, ohne dabei angestrengt zu wirken? 

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Zugspitze '17: Tag 02 - Lauf mit Johannes an der Zugspitze (30,0 km)

Endlich war es soweit. Nach langer Vorbereitung sollte unser "privater Zugspitzlauf", im Laufschritt, bis uns die Steigung in einen Wanderschritt zwingt, stattfinden. Aufgrund der Witterungsbedingungen war aber klar, dass wir nicht auf den Gipfel kommen, sondern in einer maximalen Höhe von 2.100m bleiben würden. Geplant war es, durch das Reintal bis zur Reintalangerhütte zu laufen und anschließend wieder umzukehren. Aber natürlich kam es anders...

Bereits um 6:00 Uhr klingelten unsere Wecker. Johannes und ich wollten gegen 7:00 Uhr starten, damit wir hinten hinaus nicht in zeitliche Bedrängnis kommen. Nach einem kurzen Müsli-Frühstück mit kräftigem Kaffee, starteten wir gegen 7:15 Uhr unseren Lauf.

Wir liefen an der Ferienwohnung los, immer den Fluss Partnach entlang. Bei blauem Himmel und Sonnenschein kamen wir an der Olympia-Skischanze vorbei und trafen auf die Partnachklamm. Dort tost die Partnach zwischen Felsen hindurch - ein herrliches Naturspektakel. Weiter ging es einen Forstweg, immer an der Partnach entlang, ins Reintal. Zunehmend beeindruckte uns die Umgebung. Felswände, teils mit Schneefeldern bedeckt, umgaben umgaben uns. Vorbei an der Bockhütte erreichten wir die Reintalangerhütte.

Wir rieben uns die Augen, als wir feststellten, dass wir bereits um 9:30 Uhr unser geplantes Tagesziel erreicht hatten. Wir setzten uns in die Sonne und genossen einen Kaffee mit unglaublichem Bergblick. Herrlich. Nach kurzer Lagebesprechung und Abstimmung mit einem Hüttenwirt, entschlossen wir uns, weiter zu ziehen und zu schauen, wie weit wir trotz des Schnees in höheren Lagen kommen würden. Die Lawinensituation wurde als "mittel" eingestuft, vor allem im Bereich zwischen Knorrhütte und Gipfel.

So liefen wir weiter durch's Reintal, bis wir an dessen Ende angekommen waren und die eigentliche Kraxelei begann. An Laufschritt war nun nicht mehr zu denken. Es ging wandernd steil bergauf und wir sahen den ersten Schnee. Bis zur Knorrhütte war die Strecke aber gut machbar, erst dort fingen wir an, auf Schnee zu laufen.

An der Knorrhütte trafen wir auf eine Gruppe Schweizer, die gerade rasteten. Trotz unseres Abratens, ist die Gruppe weiter gezogen und in Richtung Sonn-Alpin hinauf auf die Zugspitze gelaufen. Johannes und ich entschieden uns nach Beurteilung der Gegebenheiten, der Gruppe nicht zu folgen und stattdessen in Richtung "Gatterl" aufzubrechen. Für den Fall, dass wir uns unsicher fühlen würden, würden wir abbrechen und den Aufstieg auch wieder abwärts nehmen.

Der weitere Weg wurde technisch anspruchsvoller. Prinzipiell wäre ein lockeres Wandern sicher unkompliziert gewesen, aber wir hielten uns nun überwiegend im Schnee auf und mussten immer wieder von Passage zu Passage neu entscheiden. Nach einer ganzen Weile erreichten wir das "Gatterl" und betraten österreichischen Boden. Nun war ein letzter Anstieg zu meistern. Begleitet wurden wir dort von ein paar Gämsen und Murmeltieren. Toll. Dann ging es nur noch bergab in Richtung Ehrwald bis zur Ehrwälder Alm.

Kurz nach den Murmeltieren, am höchsten österreichischen Punkt unserer Route, wurden wir freundlich von einem Radfahrer-Pärchen begrüßt. Die Beiden fuhren mit ihren Mountainbikes durch ziemlich anspruchsvolles Gelände und wir waren überrascht, auf Nicht-Wanderer bzw. Nicht-Läufer zu treffen. Anne und Lutz trafen wir später in Ehrwald wieder und wir kamen ins Plauschen. Die Beiden boten uns an, uns mit nach Garmisch zu nehmen, da sie dasselbe Ziel hätten. Das Angebot nahmen wir gern an und wir (vier Personen + zwei Fahrräder im Kombi - geht eben auch, wenn es sein muss) fuhren gemeinsam zurück nach Deutschland.

Spontan entschieden wir, zu viert zu bleiben und gemeinsam im Biergarten "Lodge" abzusteigen. Dort ließen wir es uns richtig gut gehen. Anne und Lutz erzählten von ihren unglaublich vielen sportlichen Aktivitäten und wir konnten ausführlich über unsere Erlebnisse berichten. Die zwei Stunden bei Burger, Bier (für mich natürlich alkoholfrei) und Blick (in der Sonne auf die Berge) vergingen wie im Flug.

Gegen 19:00 Uhr waren wir zurück in unserer Ferienwohnung, wo wir von Familie Angelhuber herzlich und sichtlich erleichtert begrüßt wurden. Die Beiden hatten sich Sorgen um uns gemacht und freuten sich, dass wir wohlbehalten wieder angekommen sind.

Abends werteten Johannes und ich den Tag noch einmal gründlich bei einem Abendspaziergang aus und wir freuten uns über den tollen Lauf, die abwechslungsreiche Route, die netten Begegnungen und somit einen rundum gelungenen Tag.

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LandMaxx-Triathlon beim 15. Schloss-Triathlon Moritzburg

Heute war es soweit. Heute habe ich meinen ersten Triathlon, den "LandMaxx Jedermann" absolviert.

Im Rahmen des 15. Schloss-Triathlon Moritzburg galt es, möglichst schnell 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen zu absolvieren.

Bereits in den Jahren 2012 und 2013 durfte ich bei der Veranstaltung Wettkampfluft schnuppern und Impressionen gewinnen. Damals lief ich jeweils den Halbmarathon in der Halbdistanz-Staffel - allerdings lief es damals (mit 1:41:34 und 1:48:26) gar nicht gut. Heute sollte aber natürlich alles besser werden. :-)

Nach dem Frühstück ging es erst mal an den Schlossteich, um die Starter der Olympischen Distanz in ihr Event zu begleiten. Philipp und Frank aus der Familie waren dabei und Alma ließ es sich nicht nehmen, die beiden in der Wechselzone kräftig anzufeuern.

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen ging es dann so langsam in die Vorspannung. Um 13:30 Uhr trafen wir uns am LandMaxx-Zelt, um uns im Team vorzubereiten und noch ein paar Fotos zu schießen. Anschließend bereiteten wir unsere Wechselzone vor - Räder hinstellen, Schuhe fürs Radeln und Laufen positionieren, Helm und Sonnenbrille sowie Startnummer zurechtlegen. Für uns als LandMaxx-Team war es besonders komfortabel, bekamen wir doch die Startnummern 1 - 12 (ich hatte Nummer 4) und die besten Plätze auf dem "grünen Teppich". Ist schon schön, Teil eines Sponsorings zu sein.

Nachdem wir dann unsere Wechselzone vorbereitet hatten, ging es gemütlich in Richtung Start. Dieser war ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt und so nutzten wir die Chance für ein paar letzte Schwätzchen. Kurz vorm Startschuss flitzte dann auch noch mein Opi an. Dass er im August 92 Jahre alt wird, war ihm mal wieder nicht anzusehen.

Pünktlich um 15:00 Uhr schoss die Kanone den Startschuss und die erste Welle - darunter das LandMaxx-Team 2016 - schwamm mit ihren grünen Badekappen durch's leicht bräunliche Nass. Nur gelegentlich kraulend ging es wie erwartet durch den Teich. Ich versuchte irgendwie mitzuschwimmen, ohne dabei zu verkrampfen und dennoch nicht zu viel Zeit zu verlieren. Laut meiner Uhr bin ich nach 15:10 Min (bei 2:23 Min/100m) aus dem Wasser gestiegen.

Der erste Wechsel verlief recht problemlos. In 2:41 Minuten war ich aus dem Wasser, bin zum Rad gelaufen, habe Helm und Brille aufgesetzt, Socken und Radschuhe angezogen, die Startnummer umgehängt und das Rad aus der Zone geschoben.

Dann kam die nächste Unbekannte - was kann ich eigentlich auf dem Fahrrad? Bisher habe ich ja eher Erfahrungen im Tourenrad-mit-Alma-im-Hänger-fahren. Nachdem die Beine etwas gelockert waren, ging es für meine Verhältnisse recht flott über den Parcourt. Nach 35:45 Min (bei 34,2 km/h) auf der Uhr, ging es zum zweiten Wechsel.

Der zweite Wechsel ging ein bisschen schneller. 1:41 Min brauchte ich für's reinlaufen, Rad abstellen, Helm absetzen und Schuhe wechseln und wieder herauslaufen aus der Wechselzone.

Dann kam meine Disziplin. Bin ich am vergangenen Mittwoch auf 5km im Rahmen der Team-Challenge noch 19:03 Min gelaufen, war ich gespannt, wie viel langsamer ich nach der Vorbelastung durch das Schwimmen und Laufen sein würde.

 

Meine Theorie war: Beim Schwimmen werde ich langsam sein, beim Radeln mich wohl im Mittelfeld aufhalten und bei Laufen dann Gas geben und vorn dabei sein. Und der Theorie weiter folgend, müsste ich die schnellen Schwimmer und schnelleren Radler vor mir haben, dass ich diese dann (teilweise) überholen konnte.

 

Und schnell wurde klar, diese Theorie passte ganz gut. Nicht einmal wurde ich selber überholt, konnte aber an einer Menge anderer Teilnehmer vorbeiflitzen. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich fast die komplette Zeit vor Freude strahlte. Und obwohl zwischendurch die Oberschenkel zu krampfen anfangen wollten, kam ich mit 20:08 Min beim Laufen und einer Gesamtzeit von 1:15:27 Std. jubelnd ins Ziel.

Dort wurde ich dann liebevoll empfangen und direkt in die ersten Gespräche verwickelt. Familie und Freunde waren da und freuten sich mit mir. Der schönste Moment war allerdings, als mir Alma gereicht wurde und wir uns begrüßten.

 

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für eure Unterstützung von Außen. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht jedes anfeuernde Klatschen mitbekommen habe, so habe ich viele Leute an der Strecke wahrgenommen. Das hat mich unglaublich motiviert - das fühlte sich toll an!

 

Das Ergebnis:

Ich bin in der Kategorie Jedermann von 117 teilnehmenden Jungs mit 1:15:26.39 auf Platz 37 gekommen. In der Gesamtwertung (Sprint + Jedermann) bin ich von 518 Leuten auf Platz 87 angekommen. 😄

Die Ergebnisse

LandMAXX-Team 2016 (12 Teilnehmer)

Gesamtfeld (518 Teilnehmer)


Fotos von pebe-sport.de

Meine Verpflegungs-Strategie

Samstag-Abend:

  • Nudeln mit Tomatensoße

Sonntag-Früh:

  • (Milch-) Brötchen mit Honig / Marmelade
  • Kaffee

Sonntag-Mittag (4h vor Start):

  • Nudeln mit Tomatensoße
  • Gewürze (Kurkuma, Ingwer, Pfeffer) in Leinöl mit Honig
  • Shake (Buffer) mit Arginin
  • 2 Stücken dunkle Schokolade
  • 1 Glas Rote-Beete Saft

Vor dem Start:

  • 1 Gel Chip

Unterwegs:

  • 3/4 Flasche Buffer mit Ingwer (während Radeln)
  • 1 Gel Chip (während des Laufens)

Hinterher:

  • Level X mit Arginin

Meine Ausrüstung

Über alles:

  • Triathlon-Anzug (Oberteil + Hose)
  • Uhr (Fenix 3)
  • Brustgurt

Schwimmen:

  • Schwimmbrille
  • Schwimmhaube
  • Badeschlappen

Fahrrad-Fahren:

  • Fahrrad
  • Triathlon Lenker-Aufsatz
  • Werkzeug (Schlauch + Pumpe / Kartusche, Imbus-Schlüssel-Set)

Laufen:

  • Schuhe (Salomon S-Lab Sonic)

Hinterher:

  • Trockene Sachen
  • Warme Sachen zum Überziehen (+ Regenjacke)

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Team Challenge 2016

Reichlich 16.500 Läufer kamen am vergangenen Mittwoch zusammen, um in 4er-Gruppen eine Distanz von 5 km zu absolvieren.

 

Für mich war es die perfekte Gelegenheit, um für den anstehenden Triathlon zumindest läuferisch zu prüfen, was geht und was nicht. Dass ich aufgrund meiner zurzeit super Verfassung eine neue Bestzeit aufstellen würde, war klar. Das lange gesetzte Ziel aber war, die 20 Minuten zu unterbieten. Die letzten Intervalltrainings überraschten mich dann aber doch - mit Paces teilweise um die 3:40 Min / km war sogar noch mehr drin.

 

Um nicht im Dickicht der vielen Teilnehmer hängen zu bleiben, entschied ich mich kurzfristig, ganz vorn in der Gruppe der "Elite-Läufer" anzutreten. Um dort hinein zu kommen, gibt man an, als Mann 19 Minuten und als Frau 20 Minuten oder schneller zu sein. Das heißt, pro gelaufenen Kilometer dürfen nicht mehr als 3:48 Minuten vergehen.

 

Bei schwülen und warmen Bedingungen hieß es besonders auf die Zähne beißen. Von der Kulisse an der Elbe, den anfeuernden Zuschauern und dem Einlauf ins Stadion habe ich versucht, alles aufzusaugen. Nach 19:03 Minuten war der Spaß auch schon wieder vorbei und überglücklich belegte ich einen hervorragenden 218. Platz unter den Herren und 222. Platz in der Gesamtwertung.

 

Und da der beste Weg zur Regeneration ein Cool-Down bei gemäßigtem Tempo ist, bin ich noch mal zum Start gelaufen. Dort wartete bereits meine Verabredung Bianka. Sie konnte ich vor ca. einem viertel Jahr von der Teilnahme an der Team Challenge überzeugen und ich begleitete sie in ihrer Vorbereitung mit Tipps und Tricks rund ums Laufen und die Ernährung. Gemeinsam liefen wir die 5 km und mit 30:40 Minuten erreichte auch sie eine persönliche Bestzeit. Herzlichen Glückwunsch!

 

Mein Lauf: https://connect.garmin.com/modern/activity/1204776248

Lauf mit Bianka: https://connect.garmin.com/modern/activity/1204776766

Mein Start-Video

Mein Zieleinlauf-Video

Zieleinlauf-Video von Bianka

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Tag 09 - Ultra-Marathon (Von Lichtentanne über Zwickau, Voigtsgrün, Lengenfeld und Treuen nach Mechelgrün)

Zum Frühstück haben wir heute auf den Luxus verzichtet und unsere eigenen Reste verspeist. Gewürzquark bzw. -joghurt standen auf dem Plan. Dennoch war die Kneiperin so freundlich, dass sie uns noch ein paar gekochte Wachtel- bzw. Zwerghuhn-Eier mitgab.

Danach ging es los. Wir fuhren/ liefen in gewohnter 3er-Konstellation nach Zwickau zum Bahnhof. Dort brachte Olli seine Mädels zum Zug und es ging getrennt weiter.

Alma und Karina fuhren mit dem Zug nach Falkenstein/ Vogtland. Von dort ging es mit vollem Gepäck auf schöner Strecke in den kleinen Ort Bergen. Karla, Marios Mama, übernahm dann das Gepäck, sodass der kommende Anstieg ohne Ollis Hilfe bewerkstelligt werden konnte.

Derweil lief Olli allein von Zwickau bis nach Mechelgrün. Größtenteils führte die Strecke über den Jakobsweg. Für das Läuferherz war alles dabei: es ging bergauf und bergab. Es ging durch Wälder - teilweise abseits der Wege quer durch's Unterholz - es ging über Felder, teilweise durch hüfthohes Gras und über "normale" Wanderwege aus Schotter oder auf Wiese.

Am Ziel angekommen gab es eine herzliche Begrüßung mit Karla und nach dem Duschen erst mal Kaffee und Kuchen. Herrlich, selbst gebacken. Danke Karla! Später kam Gert dazu mit nicht minder herzlicher Begrüßung...es ist schön, bei euch zu sein!

Am späteren Abend kamen dann auch noch Mario mit Sam und Nele. Die große Runde war komplett und Nele sorgte mit ihren knapp 16 Monaten für das Unterhaltungsprogramm.

Ab morgen wird es reisetechnisch etwas entspannter. Bis Montag werden wir in Mechelgrün bei Wellners sein. Für die Woche danach gibt's noch keinen konkreten Plan...

 

Unsere Routen:

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Tag 07 - Oh du schöne Spargelzeit (Von Meerane über Glauchau und Zwickau nach Lichtentanne - 26,5 km)

Heute ging es ganz ruhig auf dem Reiterhof los. Wir verabschiedeten uns von allen Tieren und starteten danach Richtung Zwickau. Wir fuhren wieder ein gutes Stück an der Mulde entlang und genossen die bergfreie Reise.

Als dann doch ein harter Anstieg am Rande von Zwickau kam, war oben auf dem Berg ein einladendes Waldgasthaus, in dem wir unseren ersten Spargel dieses Jahr genossen. 
Wir saßen gemütlich im Biergarten und Alma konnte schön spielen. Danach stand ungefähr noch eine Stunde Fahrt an, die heute ratz fatz verflogen. 

Angekommen in unseren heutigen Unterkunft in Lichtentanne setzen wir uns erstmal unter einen großen Kastanienbaum, verschnauften und beobachteten die benachbarten Hühner.


Von der vielen Sonne, der frischen Luft und den tollen Eindrücken sind heute alle ganz schön geschafft.

Ab morgen soll, laut Vorhersage, das Wetter umschlagen und wir sind schon am tüfteln, wie und wann die letzte Route nach Mechelgrün weitergehen wird. Aktuell ist für morgen zunächst ein Ruhetag geplant.

 

Unsere Route: https://connect.garmin.com/modern/activity/1163779759

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Tag 06 - Im Zwickauer Muldental (Von Rochsburg über Penig, Schlagwitz und Neukirchen nach Meerane - 26,1 km)

Heute ging es früher los als sonst. Alma war bereits vor 6:00 Uhr wach und wir hatten ausreichend Zeit, unsere Sachen vor dem Frühstück zu packen. Nahrung gab's in der Villa Rochsburg erst ab 8:00 Uhr. Während Olli seinen täglichen Gewürzquark genoss, bedienten sich die Mädels am "Rentner-Buffet". ;-)

Gegen 9:30 rollten / liefen wir bereits und lagen gut in der Zeit. Den ersten Stop absolvierten wir in Penig. Das kleine Städtchen hat einen netten Kern mit kleineren Einkaufsmöglichkeiten.

Weiter ging es entlang der Zwickauer Mulde zwar mit Rückenwind aber wiedermal bergauf und bergab. 11:00 Uhr gab's einen Boxenstop, dass Alma etwas zu Mittag bekam, bevor sie noch vor 12:00 Uhr friedlich in ihrer Kutsche einschlief. Wir nutzten die 1,5 Stunden und schafften ein paar Kilometer. Leider führte uns die Route heute ein ganzes Stück Bundesstraße entlang, was die Freude am Vorwärtskommen etwas trübte.

Trotzdem waren wir zeitig am Zielort - dem Reiterhof Pfitzner. Gegen 15:00 Uhr waren wir bereits geduscht und naschten eine Kleinigkeit. Später ging es noch ins nahegelegene Meerane, um die Vorräte etwas aufzustocken. Der Hinweg zog sich etwas, da der Reiterhof Kühe, Hühner, Tauben, einen Hund und, wie sollte es auch anders sein, Pferde zu bieten hat. Da kam Alma nur schwer in Tritt und staunte lieber, als mit uns einkaufen zu gehen.
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Tag 05 - Durch Raps und Wälder (Von Erlau über Frankenau und Lunzenau nach Rochsburg - 22,0 km)

Der heutige Morgen bedeutete den ersten Abschied des Urlaubs. Während Karina und Olli die Taschen startklar machten, spielten und tobten Alma und Wiebke um die Wette. Schön, die beiden so harmonisch miteinander zu beobachten.
Nach einem ausgiebigen Frühstück ließen wir Erlau hinter uns und es ging zu dritt weiter auf die Reise. Vielen Dank noch mal Wiebke, Silke und Uwe für euer herzliches Aufnehmen und die Gastfreundlichkeit!
Wir radelten gemütlich durch Rapsfelder, Wälder und über Wiesen. Zwischendurch pausierten wir entspannt an einem kleinen Bach. Gegen 15:00 Uhr waren wir schon am Ziel - der Villa Rochsburg - angekommen.
Da wir nun genügend Zeit hatten, die Gegen zu erkunden, wagten wir einen kleinen Ausflug zum Schloss Rochsburg. Die in der Zeit 12. bis 16. Jahrhundert gebaute Burg wurde über die Zeit zu einem Schloss umfunktioniert und bietet heute Interessierten einen Einblick in das Zeitalter sowie ein Museum. Außerdem kann im Standesamt geheiratet werden.
Unsere Unterkunft stellte sich als eine besondere heraus. Die Villa Rochsburg ist eine Begegnungsstätte für blinde bzw. Sehbehinderte Menschen und bietet auch (normal) Sehenden eine Unterkunft. So kam es, dass wir inmitten der Runde gemeinsam zu Abend aßen und direkt in nette Gespräche verwickelt wurden. Und natürlich schlug unser "Türöffner" Alma ein wie eine Bombe. Sie sorgte für Unterhaltung und Erheiterung an allen Tischen.
Im Verlauf des Abends trafen wir uns noch mal mit Wiebke. Sie war so nett und nahm uns für den heutigen Tag die größte Schlepperei ab und transportierte ein paar Taschen. Natürlich verging der Abend schnell, schließlich hatten wir uns trotz der kurzen Abstinenz eine Menge zu erzählen.
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Tag 03 - Mit Wiebke on Tour (Von Falkenau über Flöha, Frankenberg und Mittweida nach Erlau - 30,4 km)

Nachdem wir uns für den Tag fertig gemacht, also unser Frühstück verspachtelt und die Sachen gepackt hatten, wurden wir von unserer Freundin Wiebke und ihrer Mama Silke begrüßt. Wiebke sollte uns über den Tag mit dem Fahrrad begleiten und Silke nahm netterweise das meiste unseres Gepäcks entgegen.

Kurz nach 9:00 Uhr ging es auch schon los und wir radelten / liefen zunächst ein bisschen die Bundesstraße entlang in Richtung Flöha. Dort verließen wir die stressige Straße und kamen auf einen idyllischen Weg am Fluss Flöhe entlang. Bei herrlichem Sonnenschein waren wir am frühen Mittag in Frankenberg.

Das kleine Örtchen lud direkt zum Verweilen ein und wir pausierten direkt an der Kirche. Die Mädels schlugen beim Bäcker zu und konsumierten Rhabarber- und Streuselkuchen. Olli begnügte sich mit Haferkeksen und Karina's super leckerem selbst gebackenem Dinkelsauerteigbrot. Während Alma und Karina eine Örtlichkeit suchten, nutzten Wiebke und Olli die Zeit für ein Nickerchen.

Ausgeruht ging es weiter nach Mittweida. Alma schlief gut in ihrem Wagen und die Fahrt ging zügig voran. Danke auch noch mal an Silke für das Abnehmen der Gepäcklast. Unterwegs zeigte uns die Natur alles, was sie zu bieten hat: wunderschöne Wälder und Wiesen, Rapsfelder und eine kleine Widder-Familie und eine Gruppe Rehe.

Pünktlich in Mittweida war Alma wieder munter, so dass wir erneut eine Pause einlegen und ein Eis genießen konnten. Fruchteisbecher mit Sahne gönnten sich Alma und Karina, Raffaello-Eis gab's für Wiebke und Olli hatte nen Fruchtriegel.

Der letzte Abschnitt führte uns nach Erlau. In der knapp 3.500 Seelen Gemeinde wohnen Wiebke, Silke und Papa Uwe. Gegen 16:30 Uhr hatten wir es dann geschafft. Das Ortseingangsschild lud noch mal zum Endspurt ein (4:30er Pace nach 30km). Anschließend ging es zum gemütlichen Teil des Tages über - wir grillten zum Abendessen und genossen das gesellige Beisammensein.

 

Unsere Route: https://connect.garmin.com/modern/activity/1158344614

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Tag 02 - Marathon - berg auf, berg ab (Von Colmnitz über Freiberg nach Falkenau - 42,2 km)

Wir starteten heute mit einem üppigen Frühstück in den sonnigen Tag. Gegen 9 verabschiedeten wir uns von den Tieren des Bauernhofs und starteten Richtung Freiberg.

Der erste steile Anstieg ließ nicht lange auf sich warten und mit gebündelter SchubKraft meisterten wir diesen. Dann konnten die Mädels etwas rollen. Schön! Es ging über Felder und durch den ... Wald.

Unsere Mittagspause verbrachten wir kurz vor Freiberg an einem ruhigen Rastplatz.
Alma konnte sich für den anschließenden Mittagsschlaf im Wagen nochmal richtig müde spielen.

Da die Kilometer recht zäh auf dem Zähler wechselten, fuhr Karina mit dem Anhänger schon mal vor. Sie hatte so mit den Bergen zu tun, dass Olli sie an solchen Stellen wieder einholte und die Kutsche schieben konnte.

Als wir an der Bahnstation Frankenstein vorbei kamen, entschieden wir, dass die Mädels kurzerhand drei Stationen mit dem Zug fahren und so die gemeinen Berge umgehen. Olli wollte es wissen und meisterte die Strecke doch lieber zu Fuß.

Gegen halb 6 trafen wir uns dann an der Unterkunft und erkundeten noch den gesamten Spielplatz mit Ziegen, Wasserspiel und Kletterpark.

Olli ist heute einen ganzen Marathon gelaufen! Jetzt heißt es ausruhen und Kraft für den kommenden Tag sammeln.

 

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Tag 01 - 7 Luftpumpen (Von Dresden über Freital-Hainsberg und Tharandt nach Colmnitz - 24,5 km)

Unser erster Urlaubs-Morgen gestaltete sich wie erwartet: Nach dem Frühstück wuselte jeder auf seine Weise durch die Wohnung. Was Mama und Papa gepackt haben, wurschtelte Alma wieder durcheinander. Gegen 10:30 Uhr war alles in Sack und Tüten bzw. am Rad, im Hänger oder auf Olli's Rücken verstaut und es ging los.
 
Und schon wichen wir das erste mal vom Plan ab. Flexibilität fordert zwar Geduld, ist wohl aber dennoch eine Stärke der SchubKrafts. Statt direkt nach Colmnitz zu laufen/ fahren, ging es zunächst zum Dresdner Hauptbahnhof. Dort gönnten wir uns ein Urlaubsauftakt-Menü bei Marchè und stiegen in den Zug nach Freital Hainsberg.
 
Dort angekommen, wurden wir vom Himmelfahrts-Sonderzug der Schmalspurbahn begrüßt und Alma schaute interessiert zu, wie die Lok betankt bzw. mit neuen Kohlen versorgt wurde. 
 
Dann ging es richtig los. Über Tharandt ging es stetig bergauf und Olli unterstützte seine Mädels häufiger, in dem er das Gespann von hinten anschob. Alma schlief, wenn auch nicht ganz so gut und lange wie von uns erhofft.
 
Nachdem Alma wieder munter war, haben wir eine kurze Pause eingelegt. Der asphaltierte Untergrund war von der angenehmen Sonne so warm, dass wir es uns auf dem Boden bequem machen konnten. Von da an ging es für Alma vorn bei Mama am Lenker weiter und wir konnten zu dritt so allerlei Quatsch machen.
 
Der Spaß verging uns etwas, als uns mitten im Wald ein Schlauch an Alma's Hänger platzte. "Peng" und "pfff" und schon war die Luft runter. Kein Problem, Papa flickt das schon, schließlich hat er bei Martin geübt und aufgepasst (danke noch mal für das Training, mein Lieber!). Winziges Problem dabei: Die Luftpumpe, für die sich Karina am Morgen spontan entschied, war ungefähr so effektiv, wie Müller und Torres bei ihren Elfmetern am vergangenen Dienstag.
 
So zog sich die Zwangspause etwas, bis nach einer gefühlten Ewigkeit ein paar nette Jungs mit Bierbüchsen im Flaschenhalter vorbei radelten. Witzig dabei: Sie schienen nur Bier und Luftpumpen bei sich zu haben. :-) Jedenfalls konnten wir aus 7 verschiedenen Geräten auswählen und hatten am Ende reichlich Luft, um bis nach Colmnitz zu kommen.
 
Vom Weingut Colmnitz waren wir dann sehr (positiv) überrascht. Ein großer 4-Seiten-Bauernhof erwartete uns. Im Hof spielten viele Kinder, die offenbar Gäste einer größeren Feierlichkeit waren. Neben Ziegen, Hasen, Vögeln gab's auch Esel und ein Hängebauchschwein zu beobachten. Der riesige Spielplatz machte die Erlebniswelt perfekt. Alma kam hier voll auf ihre Kosten, staunte und entdeckte fleißig und fiel abends völlig knülle ins Bett.
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LandMaxx Training Teil 2: Schwimmen

Am 3. April war es wieder soweit. Die Triathlon-Vorbereitung ging ein Stück voran und das Landmaxx-Team ist zusammengekommen, um gemeinsam unter Anleitung von Reiner Mehlhorn eine Schwimmeinheit zu absolvieren.

 

Zunächst musste ich aber nach Radebeul ins Krokofit kommen. Bei herrlichem Wetter wollte ich trotz perfekter von-Haustür-zu-Haustür Anbindung per S-Bahn die Chance nutzen und laufen. Also Laufschuhe an, Rucksack gepackt und los ging es. 75 Minuten und 11,5 km später war ich auch schon da.

 

Kurz vor 11 waren alle Teilnehmer da und wir haben die im ersten Termin verpasste Vorstellungsrunde nachgeholt. Insgesamt hat sich ein sehr gemischtes Bild ergeben. Jung und etwas älter, weiblich und männlich, Studenten, Arbeiter, Trainer, ... alles war vertreten.

 

Die Schwimmeinheit teilte sich in zwei Phasen. Zunächst wurde am Beckenrand über die Theorie des Schwimmens gesprochen: Wasserlage, Technik des Armzugs und des Beinschlags, Atmung, etc. Bevor es ins Wasser ging, erprobten wir gemeinsam ein paar schwimmspezifische Athletik-Übungen zur Stabilisierung des Rumpfs sowie Kräftigung des Arme und Beine. Anschließend ging es ins Wasser und wir zogen ein paar Bahnen. Brust- und Kraulschwimmen, je nach Level der eigenen Fähigkeiten und immer wieder mit Tipps von Reiner.

 

Kurz nach 13:00 Uhr war ich frisch geduscht und durch Banane (danke Susann), Shake und Energy-Riegel gestärkt und konnte den Heimweg antreten - wieder zu Fuß. Bei durchschnittlichen 17° C zog es gefühlt ganz Dresden an die Elbe und an allen Ecken roch es nach Bratwurst oder man sah die Spaziergänger mit Eis in der Hand.

 

Und hier noch der Mitschnitt der Einheiten:

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LandMaxx Training Teil 1: Laufen

Heute war es nun soweit. Das LandMaxx-Team 2016 ist das erste mal zusammengekommen, um sich zu beschnuppern und das gemeinsame Ziel - den Jedermann-Triathlon - anzugehen.

 

10:00 Uhr war Treff in "Adams Gasthof" in Moritzburg. 10 Teilnehmer - zu gleichen Teilen weiblich und männlich - sowie ein Vertreter vom LandMaxx und Trainer Reiner Mehlhorn kamen zusammen. Nach einem kurzen Kennenlernen und ein paar organisatorischen Punkten ging es zur Anprobe.

 

Ein Teil des LandMaxx-Sponsorings besteht in der Bereitstellung eines Triathlon-Anzugs. Dieses Jahr wird es ein Zweiteiler sein: weißes Oberteil und eine schwarze Hose. Der Dresdner Laufsportladen organisert als regionaler Fachmarkt für Lauf-, Ski- und Triathlon-Equipment die Anprobe und Bestellung der Ausrüstung und war auch heute mit allen verfügbaren Größen vor Ort, um die Anprobe unkompliziert zu gestalten.

 

Nachdem nun auch das Outfit für das Event geklärt war, ging es endlich raus an die frische Luft. Laufen stand auf dem Plan. Dazu hat sich Reiner treffenderweise überlegt, die geplante Laufstrecke am 12.06.2016 zu nutzen und zumindest größtenteils abzulaufen.

 

Nach einer kurzen Erwärmung ging es um die Technik des Laufens: Fußaufsatz, Schrittlänge, Läuferdreieck, Armhaltung und so weiter. Um hier effizient(er) zu werden, gehört das Lauf-ABC in die wöchentliche Trainingsplanung. Also hat die komplette Gruppe Übungen wie Kniehebelauf, Anversen (vorwärts wie rückwärts), Hopserlauf, Hampelmann, etc. in Zweierreihen absolviert. Der Spaß kommt dabei natürlich nicht zu kurz, sah es doch mal mehr und mal weniger gelenkig aus. ;-) Und ich war froh, dass bei mir das Lauf-ABC bereits seit Langem immer dienstags auf dem Programm steht und die Übungen für mich somit nicht völlig neu waren.

 

In recht gemütlichem Tempo ging es dann weiter durch den Wald zurück zu Adams Gasthof. Hier war noch etwas Dehnung (Adduktoren, Wade, Oberschenkel aber auch Arme und Schulter) angesagt, bevor sich die Gruppe verabschiedete und wieder auflöste.

 

Und hier noch der Mitschnitt unserer Trainingseinheit: https://connect.garmin.com/modern/activity/1082988848

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48km-Lauf ins Erzgebirge (Von Moritzburg über Radebeul, Freital und Dippoldiswalde nach Schmiedeberg)

Endlich war es soweit. Das intensivste Laufevent in 2015 stand vor der Tür. Der kühne Plan: Zu dritt von Moritzburg ins Erzgebirge nach Schmiedeberg zu laufen.

 

Karl - guter Freund der Familie und Organisator des Laufs - feilte seit 2,5 Jahren an der Idee. In 2014 versuchte er sich bereits an der Strecke, scheiterte aber nach ca. 33 km, weil ihm die mitgenommene Nahrung nicht bekam, er keine Getränke (außer an den Streckenposten) dabei hatte und er allein lief.

 

Dieses Jahr sollten wir zu dritt sein und alles anders machen. Um 8:15 Uhr trafen wir uns in Moritzburg am Rathaus. "Ehre, wem Ehre gebührt" dachten sich auch Karls Eltern - der Bürgermeister von Moritzburg Jörg Hänisch und seine First Lady Sabine. Nach einer kurzen Rede ging es um 8:30 Uhr auf die Strecke.

 

Florian, dritter Mitstreiter der illustren Gesellschaft, nahm sich aufgrund seiner bisherigen Lauferfahrung zunächt 20 km als Tagesziel vor. Aber Sabine, die uns netterweise als fahrende Verpflegungsstation begleitete (Danke, Sabine!), hatte zu tun, rechtzeitig an den Streckenposten in Radebeul und Wilsdruff zu sein. Nach 20 km kam bei Florian eher ein müdes Lächeln denn müde Knochen auf und das nächste Ziel "30 km" wurde festgehalten, das wir problemlos erreichten. :-)

 

Der fieseste Anstieg kam nach ca. 30 km, als wir Sabine in Freital trafen. 15 Minuten bergauf und schon über die Hälfte an Strecke in den Beinen, machten sich bemerkbar. Bei mir zwickte die (linke) Wade, Florian fing an die Knie zu spüren und Karl bekam eine große Blase am linken Fuß. Dennoch erreichten wir glücklich den 4. Posten in Rabenau, mit dem Wissen, den schlimmsten Anstieg geschafft zu haben. Florian wollte nun die 40 km knacken.

 

Weiter ging es nach Dipps, wo Sabine mit warmer Suppe wartete. Auch wenn die Erschöpfung nun deutlicher zu spüren war, verließen uns weder Mut noch gute Laune. Die letzten Kilometer nach dem letzten Streckenposten ließ das Tempo etwas nach - vor allem Florian hatte nun mit seinem neuen Ziel "Durchhalten bis zum Schluss" zu kämpfen. Dennoch blieben wir natürlich zusammen und motivierten uns gegenseitig, bis wir gegen 14:45 Uhr in Schmiedeberg ankamen.

 

Begrüßt wurden wir von Karl's Frau Rebecca mit den beiden Kids sowie Florian's Frau Susann und ihren beiden Mädels. Alma und Karina mussten leider passen - Alma brütete mal wieder aus der KiTa mitgebrachte Unangenehmheiten aus.

 

Ein (Malz-) Bier und eine Dusche später fuhren wir gemeinsam - bei Schneefall - nach Altenberg ins Bad. Dort entspannten wir Größtenteils im Whirlpool. Und nach einem geselligen Abend mit viel Lachen, Tischtennis, Kicker und PlayStation sowie einer ruhigen Nacht fuhren wir am Dienstag nach Seiffen ins Erzgebirge und genossen das entspannte Touristenleben.

 

Und auch wenn wir Läufer am Montag sehr erschöpft waren, mussten wir feststellen, dass keiner von uns größeren Muskelkater spürte. Da hat sich mein spezieller Getränkemix aus 50% Kokoswasser + 50% Wasser (angereichert um Ingwer-Pulver und Arginin) sehr bewährt gemacht. Mit diesem Wissen können wir nun ruhigen Gewissens für 2016 einen weiteren Trip planen... :-)

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Tag 9: Bestzeit für meine Mädels (Columbus, Ohio, USA)

Heute war es endlich soweit: Der eigentliche Auslöser der Reise, der Halbmarathon, stand auf dem Programm. Bereits um 7:30 Uhr war das Startfeuerwerk angesetzt, sodass der Wecker um 4:15 Uhr klingelte. (Das Football-Spiel gestern ging übrigens bis ca. 23:30 Uhr.)

 

Das Thermometer zeigte 32° Fahrenheit (= 0° Celsius) an und die Fahrer mussten kräftig ihre Autos frei kratzen. Das war für uns Dresdner aber nicht so schlimm. Nicht (nur), weil unsere Gastfamilien uns nicht kratzen lassen wollten, sondern weil wir einen Zugang zum VIP-Zelt bekamen. Das war für ca. 50 Läufer - inklusive der Laufelite (es gab sogar einen neuen Streckenrekord) reserviert und schön warm, während die anderen ca. 18.950 Läufer frieren mussten...

 

Im 1. Startblock (A) überquerte ich um 7:32 Uhr die Startlinie und es ging mit Feuerwerk los. Ein unglaubliches Rahmenprogramm begleitete uns kontinuierlich auf der Strecke: Bands, Zuschauer, DJs, Verpflegungsstände und, und, und. Alles war vorhanden.

 

Besondere Highlights waren jedoch die Kinder (Patienten) des "Nationwide Children's Hospital" (Kinderkrankenhaus). Jede Meile wurde einem Kind gewidmet und es wurde Einblick in die Schicksale der noch so jungen Menschen gegeben. Bspw. gab es ein kleines Mädchen, das mit 12 Jahren einen Tumor der Größe einer Walnuss hatte und 1 Jahr nach der Behandlung als geheilt galt. Die Kinder waren an der Strecke präsent und die Läufer konnten, so sie denn wollten, mit ihnen und den Helfern / Pflegern abklatschen. Ich habe kein Kind verpasst! Es war schön, das Leuchten in ihren Augen zu sehen.

 

Für mich waren die Kinder äußerst bemerkenswert und der Lauf wurde so besonders emotional. Als junger Papa hat mich das nicht kalt gelassen, sondern vielmehr zum Nachdenken angeregt. Es hat mir gezeigt, wie gut es uns als kleine Familie geht und wie dankbar wir sein können, dass es uns Dreien so gut geht und an nichts fehlt. Ich hoffe, das bleibt auch so. Nicht nur deswegen bin ich heute für meine beiden Mädels gelaufen, habe ganz oft und intensiv an sie gedacht und hatte fast durchgehend ein genussvolles Lächeln im Gesicht. :-)

 

Um 9:06 Uhr bin ich mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:34:30 h im Ziel angekommen(*). Mit der 1:35:00 h hatte ich zwar geliebäugelt, hätte ein Unterbieten jedoch nicht ernsthaft für möglich gehalten. Dennoch ist es so gekommen und ich bin überglücklich. Und dass die Zeit nicht von schlechten Eltern ist, zeigt auch das Gesamtergebnis: Von 10.314 Läufern bin ich als 303. ins Ziel gekommen... Wow. :-)

 

Nach dem Lauf ging es erst einmal zurück ins VIP-Zelt, wo eine  intensive Massage auf mich wartete. Fast 20 Minuten wurden meine Beine durchgeknetet und es war eine Wohltat. Zur Belohnung "celebrating Sunday" haben Becky, Rick und ich uns ein Essen im nahegelegenen "Beechwold Diner" gegönnt, bevor Rick und ich im "Easton Town Center", einer großen, als Kleinstadt angelegten, Mall shoppen waren. Dort habe ich auch etwas Unglaubliches entdeckt: Es gibt in Amerika für die Autofahrer die Möglichkeit, wie an einer Tankstelle an Automaten heranzufahren und aus dem Fenster heraus, ohne aussteigen zu müssen, Geld abzuheben. Unfassbar.

 

Zum Abend gab es noch ein weiteres Highlight. Extra für mich haben Becky und Rick die Vorbereitungen auf Halloween (Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November) nach vorn gezogen. Gemeinsam mit Freunden haben wir Kürbisse ausgehöhlt und ausgeschnitten, sodass Kerzen in den Korpus gestellt werden und Gesichter in die Nacht grüßen können. Die Bastelei ist uns super gelungen und wir hatten in geselliger Runde viel Spaß.

 

@Ronald:
Lt. Hochrechnung (t1' = t1 * (s2 / s1)^k) und unter Berücksichtigung des Ermüdungskoeffizienten (k) von 1,07 hätte ich mit meiner heutigen Form auf den Marathon eine Zeit von unter 3:20 erreicht...

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