Zugspitze '17: Tag 04 - bergauf, bergab (51,0 km)

Heute hatte ich mir wieder einen Lauf vorgenommen. So um die 25km fand ich nach dem Lauf an der Zugspitze mit Johannes durchaus angemessen. Anne und Lutz hatten mir im Biergarten ein paar Tipps gegeben. Aus der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und geeigneten Strecken hatte ich mir dann eine passende Route (https://www.komoot.de/tour/16857363) gebastelt. Von Garmisch sollte es über Kreuzeck und Hupfleitenjoch ins Höllental durch die Höllentalklamm und zurück nach Garmisch gehen. Aber Pläne ändern sich...

Nach einem kräftigenden Müsli und dem zugehörigen Kaffe bin ich gegen 9:00 Uhr aufgebrochen. Im Gegensatz zum vergangenen Sonntag, hatte ich auch meine Laufstöcke dabei (und nicht vergessen). Und wieder hatte ich das Wetter auf meiner Seite: Sonnenschein bei leichter Bewölkung sind perfekt, wenn man braune Arme und nen käsigen Läuferkörper bekommen möchte. :-)

Bis zum Hupfleitenjoch ging alles gut, auch wenn der Weg bis dort hin (über den Hausberg und den Kreuzeck) nahezu durchgehend bergauf ging. Am Hupfleitenjoch bekam ich ein atemberaubendes Panorama auf die Zugspitze zu sehen. Ich kam aus dem Grinsen vor Freude gar nicht mehr heraus. "Jetzt muss ich also nur noch bergab ins Höllental", dachte ich...

Circa 3,5 km nach dem Hufpleitenjoch stand ich neben einer Brücke, die eigentlich über eine Felsspalte gehörte. Wie ich später erfuhr, ist dort eine Gerölllawine heruntergekommen und ein paar Brocken haben sich oberhalb der Brücke verhakt. Das Risiko, dass dort jemand zu Schaden kommt, sei zu hoch. Daher wurde die Brücke abgebaut und somit der Weg gesperrt. (Das Landratsamt überlegt sogar, ob die Brocken gesprengt werden und somit ein geordneter Abgang stattfinden kann.) Also musste die 250 heruntergelaufenen Höhenmeter wieder hinauf und zurück zum Hupfleitenjoch.

Ich hatte allerdings wenig Lust, die Strecke auf selben Weg wie hinauf auch wieder herunterzulaufen. Also nutze ich die moderne Technik und suchte mir eine Alternative. Der neue Plan hieß: Hinauf zur Hochalmbahn Talstation und weiter bis zum Bernadeiensteig. Diesen hinunter bis zur Bockhütte, die ich bereits mit Johannes schon im Reintal kennengelernt hatte. So habe ich es dann auch gemacht. Lediglich auf dem Bernadeiensteig lag immer mal wieder Schnee. Aber dank meiner neuen Schuhe (ja, ich musste mir am Samstag wirklich kurzfristig in Garmisch noch welche kaufen) und meinen wunderbar unterstützenden Laufstöcken konnte ich jede schwierige Passage bravourös meistern.

An der Bockhütte angekommen, gab es erst mal eine Apfelschorle. Die tat gut nach 28km. Einmal im Reintal angekommen hatte ich nun die Wahl, den direkten Weg nach Garmisch zu nehmen oder doch noch mal eine 11km Extrarunde zu drehen und zur Reintalangerhütte zu laufen. Da ich von dieser und dem zugehörigen Panorama nach dem Lauf mit Johannes aber dermaßen begeistert war, nahm ich den kleinen Umweg in Kauf.

Und wieder zog mich die Reintalangerhütte voll in ihren Bann. Ob es am Panorama oder an einer weiteren Apfelschorle und einer Brezel lag, weiß ich nicht so genau. Der Tag war da schon lang. Aber gelohnt hat sich der Besuch umso mehr, als ich Lutz (von unserer Begegnung in Ehrwald) traf und mich ein bisschen mit ihm austauschen konnte. Das gab mir auch für den Rückweg (es war mir zu dem Zeitpunkt schon bewusst, dass es noch mal ca. 16km sein würden) einen richtigen Schub an Motivation. Die nahezu stetigen Bergab-Passagen bis zur Partnachklamm waren auch das Richtige für den Heimweg.

Gegen 18:30 Uhr, also nach ca. 9,5 Std., erreichte ich dann endlich mein Ziel: Die Lodge - der nette Burger-Biergarten hat dienstags nämlich "Burger-Tag". Dort habe ich noch fürstlich gegessen und es mir gut gehen lassen. Die verwunderten Blicke der Einheimischen ließen auch irgendwann in den anderthalb Stunden nach. Was sie verwundert hat blicken lassen, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich allein war? Oder weil ich komisch aussah (in Sportsachen mit Rucksack, Bauchtasche und Stöcken)? Oder vielleicht, weil ich drei Getränke in Rekordzeit niedermachte, ohne dabei angestrengt zu wirken? 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0