Zugspitze '17: Tag 02 - Lauf mit Johannes an der Zugspitze (30,0 km)

Endlich war es soweit. Nach langer Vorbereitung sollte unser "privater Zugspitzlauf", im Laufschritt, bis uns die Steigung in einen Wanderschritt zwingt, stattfinden. Aufgrund der Witterungsbedingungen war aber klar, dass wir nicht auf den Gipfel kommen, sondern in einer maximalen Höhe von 2.100m bleiben würden. Geplant war es, durch das Reintal bis zur Reintalangerhütte zu laufen und anschließend wieder umzukehren. Aber natürlich kam es anders...

Bereits um 6:00 Uhr klingelten unsere Wecker. Johannes und ich wollten gegen 7:00 Uhr starten, damit wir hinten hinaus nicht in zeitliche Bedrängnis kommen. Nach einem kurzen Müsli-Frühstück mit kräftigem Kaffee, starteten wir gegen 7:15 Uhr unseren Lauf.

Wir liefen an der Ferienwohnung los, immer den Fluss Partnach entlang. Bei blauem Himmel und Sonnenschein kamen wir an der Olympia-Skischanze vorbei und trafen auf die Partnachklamm. Dort tost die Partnach zwischen Felsen hindurch - ein herrliches Naturspektakel. Weiter ging es einen Forstweg, immer an der Partnach entlang, ins Reintal. Zunehmend beeindruckte uns die Umgebung. Felswände, teils mit Schneefeldern bedeckt, umgaben umgaben uns. Vorbei an der Bockhütte erreichten wir die Reintalangerhütte.

Wir rieben uns die Augen, als wir feststellten, dass wir bereits um 9:30 Uhr unser geplantes Tagesziel erreicht hatten. Wir setzten uns in die Sonne und genossen einen Kaffee mit unglaublichem Bergblick. Herrlich. Nach kurzer Lagebesprechung und Abstimmung mit einem Hüttenwirt, entschlossen wir uns, weiter zu ziehen und zu schauen, wie weit wir trotz des Schnees in höheren Lagen kommen würden. Die Lawinensituation wurde als "mittel" eingestuft, vor allem im Bereich zwischen Knorrhütte und Gipfel.

So liefen wir weiter durch's Reintal, bis wir an dessen Ende angekommen waren und die eigentliche Kraxelei begann. An Laufschritt war nun nicht mehr zu denken. Es ging wandernd steil bergauf und wir sahen den ersten Schnee. Bis zur Knorrhütte war die Strecke aber gut machbar, erst dort fingen wir an, auf Schnee zu laufen.

An der Knorrhütte trafen wir auf eine Gruppe Schweizer, die gerade rasteten. Trotz unseres Abratens, ist die Gruppe weiter gezogen und in Richtung Sonn-Alpin hinauf auf die Zugspitze gelaufen. Johannes und ich entschieden uns nach Beurteilung der Gegebenheiten, der Gruppe nicht zu folgen und stattdessen in Richtung "Gatterl" aufzubrechen. Für den Fall, dass wir uns unsicher fühlen würden, würden wir abbrechen und den Aufstieg auch wieder abwärts nehmen.

Der weitere Weg wurde technisch anspruchsvoller. Prinzipiell wäre ein lockeres Wandern sicher unkompliziert gewesen, aber wir hielten uns nun überwiegend im Schnee auf und mussten immer wieder von Passage zu Passage neu entscheiden. Nach einer ganzen Weile erreichten wir das "Gatterl" und betraten österreichischen Boden. Nun war ein letzter Anstieg zu meistern. Begleitet wurden wir dort von ein paar Gämsen und Murmeltieren. Toll. Dann ging es nur noch bergab in Richtung Ehrwald bis zur Ehrwälder Alm.

Kurz nach den Murmeltieren, am höchsten österreichischen Punkt unserer Route, wurden wir freundlich von einem Radfahrer-Pärchen begrüßt. Die Beiden fuhren mit ihren Mountainbikes durch ziemlich anspruchsvolles Gelände und wir waren überrascht, auf Nicht-Wanderer bzw. Nicht-Läufer zu treffen. Anne und Lutz trafen wir später in Ehrwald wieder und wir kamen ins Plauschen. Die Beiden boten uns an, uns mit nach Garmisch zu nehmen, da sie dasselbe Ziel hätten. Das Angebot nahmen wir gern an und wir (vier Personen + zwei Fahrräder im Kombi - geht eben auch, wenn es sein muss) fuhren gemeinsam zurück nach Deutschland.

Spontan entschieden wir, zu viert zu bleiben und gemeinsam im Biergarten "Lodge" abzusteigen. Dort ließen wir es uns richtig gut gehen. Anne und Lutz erzählten von ihren unglaublich vielen sportlichen Aktivitäten und wir konnten ausführlich über unsere Erlebnisse berichten. Die zwei Stunden bei Burger, Bier (für mich natürlich alkoholfrei) und Blick (in der Sonne auf die Berge) vergingen wie im Flug.

Gegen 19:00 Uhr waren wir zurück in unserer Ferienwohnung, wo wir von Familie Angelhuber herzlich und sichtlich erleichtert begrüßt wurden. Die Beiden hatten sich Sorgen um uns gemacht und freuten sich, dass wir wohlbehalten wieder angekommen sind.

Abends werteten Johannes und ich den Tag noch einmal gründlich bei einem Abendspaziergang aus und wir freuten uns über den tollen Lauf, die abwechslungsreiche Route, die netten Begegnungen und somit einen rundum gelungenen Tag.

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