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Zugspitze '17: Tag 15 - Ein letztes mal austoben (25,5 km)

Am letzten Urlaubstag konnten wir uns noch einmal richtig austoben. Nach einem Leberkäse-Frühstückspicknick in Partenkirchen hat sich Karina zu Fuß auf den Weg gemacht, um den Wank zu besteigen. Alma und ich haben derweil den Mietwagen abgeholt und sind Karina mit der Seilbahn gefolgt. Im Wankhaus haben wir uns zum gemeinsamen Kaiserschmarrn-Essen getroffen.

Anschließend begann für mich der läuferische Teil. Über Stock und Stein ging es vom Wank in einer knappen Stunde stetig bergab bis zur Talstation der Seilbahn. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht, aber auch stark die Oberschenkel beansprucht. Erholen konnte ich mich auf dem Weg durch's Tal von Garmisch-Partenkirchen in Richtung Kramer.

Der Einstieg erfolgte am (alten) Bayernhaus. Von dort ging es stetig bergauf - zunächst über Forststraßen, durch Wald und weiter oben über alpines Gelände. Am Roßkopf angekommen, war die schwierigste Passage abgearbeitet und ich wurde mit einem herrlichen Blick auf den Wank zum einen und das Zugspitzmassiv zum anderen belohnt.

Weiter ging es zum höchsten Punkt des Ausflugs, dem Kramerspitz ("Kramer"). Auch hier bot sich ein spektakulärer Blick auf die Berge auf den anderen Seiten von Garmisch-Partenkirchen. Flugzeuge und Hubschrauber flogen durch's Tal und ich konnte auf sie von oben herabschauen, wie auf Spielzeug. Ein faszinierender Anblick.

Der Weg zur Stepbergalm ließ mein Trail-Läuferherz besonders hoch schlagen. Ein wunderbarer Trampelpfad, der leicht bergab verlief, lud zum schnellen Laufen und viel Spaß haben ein. Nach einer Apfelschorle und einem alkoholfreien Weizen waren die Akkus wieder aufgeladen und bereit für die letzte Etappe. Am "gelben Gwänd" vorbei ging es zurück nach Garmisch-Partenkirchen, wo ich mich mit meinem beiden Mädels verabredete. Wir trafen uns wie geplant, holten uns etwas zu Essen "to go" und genossen es am Rießersee sitzend unter blauem Himmel.

Zugspitze '17: Tag 09 - Lauf auf die Zugspitze V2 (46,7 km)

Nachdem es am vergangenen Sonntag mit Johannes leider nicht geklappt hat, die Zugspitze (mindestens bis Sonnalpin) zu erlaufen, habe ich heute einen zweiten Versuch gewagt. Das Wetter war einfach zu einladend, die Sonne zu strahlend und das Ziel zu greifbar. Dieses mal ging es mit deutlich mehr Gepäck auf den Weg zu Deutschlands höchstem Gipfel...

In Vorbereitung auf den heutigen zweiten Versuch, habe ich mich mit verschiedenen Personen (Ansprechpartner am Sonnalpin; Wanderer, der zum Sonnalpin aufgestiegen ist) abgestimmt. Das Ergebnis lautete:

  • Lawinen sind keine große Gefahr, da die großen Lawinen bereits abgegangen sind.
  • Der Aufstieg bis zur Knorrhütte ist kein Problem (so hatten es Johannes und ich auch wahrgenommen)
  • Ab Knorrhütte wird es sehr winterlich und man trifft auf eine Menge Schnee

Mit diesen Erkenntnissen habe ich mich im Bergsteigerladen "WN alpin" in Garmisch (absolute Empfehlung!) beraten lassen und mir letztlich ein paar Schneeschuhe (Firma tubbs, Modell Mount Mansfield) ausgeliehen. Und sollte es nicht so klappen, wie ich es mir vorgestellt habe, bliebe mir immer das Umdrehen oder vom Sonnalpin mit der Zugspitzbahn Heimfahren.

Nachdem ich die erste Herausforderung, die Schneeschuhe am Ultraleichtrucksack anzubringen, gemeistert hatte, brach ich um 7:30 Uhr zur Tour auf. An der Partnachklamm traf ich Werner (Besitzer des Bergsteigerladens) mit Frau Claudia und Sohn Christoph. Wir nahmen uns gern ein paar Minuten Zeit, um ein bisschen zu schwatzen. Dann ging es hoch motiviert weiter. Um 9:45 Uhr war ich an der Reintalangerhütte (2:05 netto).

10 Minuten (und eine Apfelschorle) später ging es weiter in Richtung Knorrhütte. Diese erreichte ich gegen 11:00 Uhr und legte einen kurzen Stop ein, um auf die sommerlichen kurzen Laufsachen eine dünne aber lange Schicht zu ziehen. Die ausgeliehenen Schneeschuhe hielten brav an meinem Rucksack und kamen ein paar hundert Meter weiter zum Einsatz. Das Gelände blieb vom Anstieg in etwa wie unterhalb der Knorrhütte, war nun aber winterlich weiß. Das Laufen in Wander- oder Trailschuhen wäre sicher prinzipiell möglich, aber sehr beschwerlich und frustrierend gewesen.

Unterwegs traf ich ein paar Jungs aus Aschaffenburg. Gemeinsam genossen wir die Umgebung und die fantastische Atmosphäre. Und immer wieder wurde ich um meine Schneeschuhe beneidet: "Des is a gscheite Idä gwen." Um 12:45 Uhr bin ich dann gemütlich am Sonnaplin angekommen.

Eine wichtige Entscheidung hatte ich hier zunächst zu treffen: Was mache ich mit meinem Geld? Investiere ich es in eine Talfahrt mit der Zugspitzbahn (31,50 Euro)? Oder nutze ich es, um mich zu stärken und zu Fuß wieder hinunter zu laufen? Ich entschied mich für Kaiserschmarrn, Almdudler und alkholfreies Hefeweizen - also den Rückweg per pedes. Erstaunlich ist, dass die Alpendolen offenbar dermaßen an die Touristen gewöhnt sind, dass sie sich in weniger als Armlänge zu mir an den Tisch gesetzt und die Reste meines Essens verspeist haben.

13:30 Uhr war ich wieder auf dem Heimweg. Jetzt kam der spaßigste Teil: Mit Schneeschuhen bergab gehen. Solange das Gelände nicht zu steil ist, ist das eine Mordsgaudi. Lange Schritte, im Schnee gleiten und gefühlt ohne viel Anstrengung schnell voran kommen. Einfach herrlich. Eine Dreiviertelstunde war ich schneller und bereits um 14:30 Uhr an der Knorrhütte. Und da musste ich unterwegs die Schneeschuhe noch an den Rucksack basteln. :-)

Auf die Pause an der Knorrhütte habe ich verzichtet und bin direkt weiter ins Tal. Unterwegs habe ich versehentlich mal die leichteste Route verpasst und bin in gerölliges Gelände gekommen. Aber dank Navi wusste ich, dass ich mich auf einer bekannten Strecke befand. Um 15:30 Uhr war ich dann an der Reintalangerhütte und genoss die mittlerweile üblichen 10 Minuten Pause mit einer Apfelschorle (wie auch schon auf meiner 50km-Runde vor ein paar Tagen).

So richtig Lust auf Laufen hatte ich mittlerweile nicht mehr, war doch der spannendste Teil vorbei. Trotzdem - schlapp machen gilt nicht. Also ging es weiter nach Garmisch. Noch 16 Kilometer und (fast) immer bergab - so der Plan. An der Bockhütte traf ich wieder auf Werner und Claudia vom Bergsteigerladen und wir plauderten ein paar Minuten. Das tat gut und motivierte mich für die letzten 10 Kilometer!

Da ich die Partnachklamm nun bereits 4x in diesem Urlaub gesehen hatte und ich wusste, dass es eine Alternativstrecke über die Partnachalm gibt, die von der Distanz nicht viel (ca. 1,5 km) länger ist, habe ich mich kurzfristig für Plan B entschieden. Was mir nicht bewusst war, dass der Unterschied vor allem in den Höhenmetern (ca. 260 Hm) lag. So kam ich nicht drumherum und musste noch ein paar deutliche Anstiege in Kauf nehmen. Letztlich habe ich es gemeistert und bin gegen 18:00 Uhr zurück an der Ferienwohnung gewesen.

Nun hieß es erst einmal herunterfahren und Bestandsaufnahme machen. Tut mir irgendetwas weh? Und wenn ja, was?

  • Kopf: in Ordnung
  • Arme: fit.
  • Rücken: der fühlte sich etwas komisch an - vermutlich eine Druckstelle von den doch relativ schweren Schneeschuhen am Rucksack - aber alles im grünen Bereich.
  • Füße / Beine: ein bisschen schwer, aber insgesamt fit

Doch Moment mal: Offenbar hatte ich am Morgen beim Nutzen der Sonnencreme meine Beine vergessen. Diese waren nun unterhalb der Hose und oberhalb der Socken unglaublich rot und fingen an stark zu brennen. Herrje - nun habe ich mir aus eigener Doofheit einen kräftigen Sonnenbrand geholt...

Nach einer ordentlichen Portion Kartoffeln mit Quark ging der ereignisreiche Tag auch schon dem Ende entgegen. Eine kleine Runde Spazierengehen war aber noch drin. Also gingen Alma und ich noch eine Runde "Steinchen in die Partnach werfen". Im Fluss konnte ich wunderbar meine "heißen Waden" abkühlen - Kneipp hätte seine Freude gehabt.

Die Etappen laut Aufzeichnung mit Uhr Garmin fenix 3 und Auswertung mittels Garmin Basecamp:

# Start Ende Dauer Abschnitt Distanz (Hm)
01 7:29 Uhr 9:41 Uhr 2:12 h Garmisch > Partnachklamm > Reintalangerhütte 15,9 km (+752 Hm, -119 Hm)
02 9:41 Uhr 9:48 Uhr 0:07 h Pause Reintalangerhütte -
03 9:48 Uhr 10:59 Uhr 1:11 h Reintalangerhütte > Knorrhütte 3,6 km (+652 Hm, -2 Hm)
04 10:59 Uhr 11:06 Uhr 0:07 h Pause Knorrhütte -
05 11:06 Uhr 12:41 Uhr 1:35 h Knorrhütte > Zugspitzplatt / Sonnalpin 3,3 km (+523 Hm, -9 Hm)
05a 11:17 Uhr 11:23 Uhr 0:06 h Anschnallen der Schneeschuhe -
Σ auf 7:29 Uhr 12:41 Uhr 5:12 h Gesamt Aufstieg (brutto) 22,8 km (+1.927 Hm, -130 Hm)
Σ auf     4:52 h Gesamtzeit Aufstieg (netto)  
 
06 12:41 Uhr 13:24 Uhr 0:43 h Pause Zugspitzplatt / Sonnalpin -
 
# Start Ende Dauer Abschnitt Distanz (Hm)
07 13:24 Uhr 14:28 Uhr 1:04 h Zugspitzplatt / Sonnalpin > Knorrhütte 3,0 km (+7 Hm, -511 Hm)
07a 14:08 Uhr 14:22 Uhr 0:14 h Abschnallen + Befestigen der Schneeschuhe -
08 14:28 Uhr 15:26 Uhr 0:58 h Knorrhütte > Reintalangerhütte 3,5 km (+1 Hm, -650 Hm)
09 15:26 Uhr 15:37 Uhr 0:11 h Pause Reintalangerhütte -
10 15:37 Uhr 18:00 Uhr 2:23 h Reintalangerhütte > Partnachalm > Garmisch 17,4 km (+256 Hm, -876 Hm)
Σ ab 13:24 Uhr 18:00 Uhr 4:36 h Gesamt Abstieg (brutto) 23,9 km (+264 Hm, -2.037 Hm)
Σ ab     4:11 h Gesamtzeit Abstieg (netto)  
 
# Start Ende Dauer Abschnitt Distanz (Hm)
Σ 7:29 Uhr 18:00 Uhr 10:31 h Gesamt (brutto) 46,7 km (+2.191 Hm, -2.167 Hm)
Σ     9:03 h Gesamtzeit (netto)  
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Zugspitze '17: Tag 04 - bergauf, bergab (51,0 km)

Heute hatte ich mir wieder einen Lauf vorgenommen. So um die 25km fand ich nach dem Lauf an der Zugspitze mit Johannes durchaus angemessen. Anne und Lutz hatten mir im Biergarten ein paar Tipps gegeben. Aus der Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und geeigneten Strecken hatte ich mir dann eine passende Route (https://www.komoot.de/tour/16857363) gebastelt. Von Garmisch sollte es über Kreuzeck und Hupfleitenjoch ins Höllental durch die Höllentalklamm und zurück nach Garmisch gehen. Aber Pläne ändern sich...

Nach einem kräftigenden Müsli und dem zugehörigen Kaffe bin ich gegen 9:00 Uhr aufgebrochen. Im Gegensatz zum vergangenen Sonntag, hatte ich auch meine Laufstöcke dabei (und nicht vergessen). Und wieder hatte ich das Wetter auf meiner Seite: Sonnenschein bei leichter Bewölkung sind perfekt, wenn man braune Arme und nen käsigen Läuferkörper bekommen möchte. :-)

Bis zum Hupfleitenjoch ging alles gut, auch wenn der Weg bis dort hin (über den Hausberg und den Kreuzeck) nahezu durchgehend bergauf ging. Am Hupfleitenjoch bekam ich ein atemberaubendes Panorama auf die Zugspitze zu sehen. Ich kam aus dem Grinsen vor Freude gar nicht mehr heraus. "Jetzt muss ich also nur noch bergab ins Höllental", dachte ich...

Circa 3,5 km nach dem Hufpleitenjoch stand ich neben einer Brücke, die eigentlich über eine Felsspalte gehörte. Wie ich später erfuhr, ist dort eine Gerölllawine heruntergekommen und ein paar Brocken haben sich oberhalb der Brücke verhakt. Das Risiko, dass dort jemand zu Schaden kommt, sei zu hoch. Daher wurde die Brücke abgebaut und somit der Weg gesperrt. (Das Landratsamt überlegt sogar, ob die Brocken gesprengt werden und somit ein geordneter Abgang stattfinden kann.) Also musste die 250 heruntergelaufenen Höhenmeter wieder hinauf und zurück zum Hupfleitenjoch.

Ich hatte allerdings wenig Lust, die Strecke auf selben Weg wie hinauf auch wieder herunterzulaufen. Also nutze ich die moderne Technik und suchte mir eine Alternative. Der neue Plan hieß: Hinauf zur Hochalmbahn Talstation und weiter bis zum Bernadeiensteig. Diesen hinunter bis zur Bockhütte, die ich bereits mit Johannes schon im Reintal kennengelernt hatte. So habe ich es dann auch gemacht. Lediglich auf dem Bernadeiensteig lag immer mal wieder Schnee. Aber dank meiner neuen Schuhe (ja, ich musste mir am Samstag wirklich kurzfristig in Garmisch noch welche kaufen) und meinen wunderbar unterstützenden Laufstöcken konnte ich jede schwierige Passage bravourös meistern.

An der Bockhütte angekommen, gab es erst mal eine Apfelschorle. Die tat gut nach 28km. Einmal im Reintal angekommen hatte ich nun die Wahl, den direkten Weg nach Garmisch zu nehmen oder doch noch mal eine 11km Extrarunde zu drehen und zur Reintalangerhütte zu laufen. Da ich von dieser und dem zugehörigen Panorama nach dem Lauf mit Johannes aber dermaßen begeistert war, nahm ich den kleinen Umweg in Kauf.

Und wieder zog mich die Reintalangerhütte voll in ihren Bann. Ob es am Panorama oder an einer weiteren Apfelschorle und einer Brezel lag, weiß ich nicht so genau. Der Tag war da schon lang. Aber gelohnt hat sich der Besuch umso mehr, als ich Lutz (von unserer Begegnung in Ehrwald) traf und mich ein bisschen mit ihm austauschen konnte. Das gab mir auch für den Rückweg (es war mir zu dem Zeitpunkt schon bewusst, dass es noch mal ca. 16km sein würden) einen richtigen Schub an Motivation. Die nahezu stetigen Bergab-Passagen bis zur Partnachklamm waren auch das Richtige für den Heimweg.

Gegen 18:30 Uhr, also nach ca. 9,5 Std., erreichte ich dann endlich mein Ziel: Die Lodge - der nette Burger-Biergarten hat dienstags nämlich "Burger-Tag". Dort habe ich noch fürstlich gegessen und es mir gut gehen lassen. Die verwunderten Blicke der Einheimischen ließen auch irgendwann in den anderthalb Stunden nach. Was sie verwundert hat blicken lassen, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich allein war? Oder weil ich komisch aussah (in Sportsachen mit Rucksack, Bauchtasche und Stöcken)? Oder vielleicht, weil ich drei Getränke in Rekordzeit niedermachte, ohne dabei angestrengt zu wirken? 

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Zugspitze '17: Tag 03 - Eibseerunde

Nachdem Johannes am Vormittag mit dem Zug zurück nach Dresden aufgebrochen ist, bin ich noch eine Runde ins Zentrum von Garmisch gegangen, um mich mit ein paar Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Mittags habe ich die Sonne im Liegestuhl auf dem Balkon genossen - wieder wundervolles Bergpanorama und blauer Himmel.

Irgendwann am Nachmittag juckte es doch noch mal in den Füßen. Herr Angelbauer war so freundlich, mir sein Mountainbike zur Verfügung zu stellen, da er aufgrund körperlicher Probleme auf ein eBike umgestiegen ist. "Ich freue mich, wenn das Rad auch mal genutzt wird und nicht nur herumsteht. Nehmen Sie es so oft, wie Sie möchten." meinte der Vermieter. Also zog ich los und bin am Fuße der Gebirgskette in Richtung Zugspitze geradelt und am Eibsee herausgekommen. Dort habe ich in einem Biergarten meinen Tank gefüllt und dabei die herrliche Umgebung genossen. Anschließend ging es wieder zurück (https://connect.garmin.com/modern/activity/1748768900).

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Zugspitze '17: Tag 02 - Lauf mit Johannes an der Zugspitze (30,0 km)

Endlich war es soweit. Nach langer Vorbereitung sollte unser "privater Zugspitzlauf", im Laufschritt, bis uns die Steigung in einen Wanderschritt zwingt, stattfinden. Aufgrund der Witterungsbedingungen war aber klar, dass wir nicht auf den Gipfel kommen, sondern in einer maximalen Höhe von 2.100m bleiben würden. Geplant war es, durch das Reintal bis zur Reintalangerhütte zu laufen und anschließend wieder umzukehren. Aber natürlich kam es anders...

Bereits um 6:00 Uhr klingelten unsere Wecker. Johannes und ich wollten gegen 7:00 Uhr starten, damit wir hinten hinaus nicht in zeitliche Bedrängnis kommen. Nach einem kurzen Müsli-Frühstück mit kräftigem Kaffee, starteten wir gegen 7:15 Uhr unseren Lauf.

Wir liefen an der Ferienwohnung los, immer den Fluss Partnach entlang. Bei blauem Himmel und Sonnenschein kamen wir an der Olympia-Skischanze vorbei und trafen auf die Partnachklamm. Dort tost die Partnach zwischen Felsen hindurch - ein herrliches Naturspektakel. Weiter ging es einen Forstweg, immer an der Partnach entlang, ins Reintal. Zunehmend beeindruckte uns die Umgebung. Felswände, teils mit Schneefeldern bedeckt, umgaben umgaben uns. Vorbei an der Bockhütte erreichten wir die Reintalangerhütte.

Wir rieben uns die Augen, als wir feststellten, dass wir bereits um 9:30 Uhr unser geplantes Tagesziel erreicht hatten. Wir setzten uns in die Sonne und genossen einen Kaffee mit unglaublichem Bergblick. Herrlich. Nach kurzer Lagebesprechung und Abstimmung mit einem Hüttenwirt, entschlossen wir uns, weiter zu ziehen und zu schauen, wie weit wir trotz des Schnees in höheren Lagen kommen würden. Die Lawinensituation wurde als "mittel" eingestuft, vor allem im Bereich zwischen Knorrhütte und Gipfel.

So liefen wir weiter durch's Reintal, bis wir an dessen Ende angekommen waren und die eigentliche Kraxelei begann. An Laufschritt war nun nicht mehr zu denken. Es ging wandernd steil bergauf und wir sahen den ersten Schnee. Bis zur Knorrhütte war die Strecke aber gut machbar, erst dort fingen wir an, auf Schnee zu laufen.

An der Knorrhütte trafen wir auf eine Gruppe Schweizer, die gerade rasteten. Trotz unseres Abratens, ist die Gruppe weiter gezogen und in Richtung Sonn-Alpin hinauf auf die Zugspitze gelaufen. Johannes und ich entschieden uns nach Beurteilung der Gegebenheiten, der Gruppe nicht zu folgen und stattdessen in Richtung "Gatterl" aufzubrechen. Für den Fall, dass wir uns unsicher fühlen würden, würden wir abbrechen und den Aufstieg auch wieder abwärts nehmen.

Der weitere Weg wurde technisch anspruchsvoller. Prinzipiell wäre ein lockeres Wandern sicher unkompliziert gewesen, aber wir hielten uns nun überwiegend im Schnee auf und mussten immer wieder von Passage zu Passage neu entscheiden. Nach einer ganzen Weile erreichten wir das "Gatterl" und betraten österreichischen Boden. Nun war ein letzter Anstieg zu meistern. Begleitet wurden wir dort von ein paar Gämsen und Murmeltieren. Toll. Dann ging es nur noch bergab in Richtung Ehrwald bis zur Ehrwälder Alm.

Kurz nach den Murmeltieren, am höchsten österreichischen Punkt unserer Route, wurden wir freundlich von einem Radfahrer-Pärchen begrüßt. Die Beiden fuhren mit ihren Mountainbikes durch ziemlich anspruchsvolles Gelände und wir waren überrascht, auf Nicht-Wanderer bzw. Nicht-Läufer zu treffen. Anne und Lutz trafen wir später in Ehrwald wieder und wir kamen ins Plauschen. Die Beiden boten uns an, uns mit nach Garmisch zu nehmen, da sie dasselbe Ziel hätten. Das Angebot nahmen wir gern an und wir (vier Personen + zwei Fahrräder im Kombi - geht eben auch, wenn es sein muss) fuhren gemeinsam zurück nach Deutschland.

Spontan entschieden wir, zu viert zu bleiben und gemeinsam im Biergarten "Lodge" abzusteigen. Dort ließen wir es uns richtig gut gehen. Anne und Lutz erzählten von ihren unglaublich vielen sportlichen Aktivitäten und wir konnten ausführlich über unsere Erlebnisse berichten. Die zwei Stunden bei Burger, Bier (für mich natürlich alkoholfrei) und Blick (in der Sonne auf die Berge) vergingen wie im Flug.

Gegen 19:00 Uhr waren wir zurück in unserer Ferienwohnung, wo wir von Familie Angelhuber herzlich und sichtlich erleichtert begrüßt wurden. Die Beiden hatten sich Sorgen um uns gemacht und freuten sich, dass wir wohlbehalten wieder angekommen sind.

Abends werteten Johannes und ich den Tag noch einmal gründlich bei einem Abendspaziergang aus und wir freuten uns über den tollen Lauf, die abwechslungsreiche Route, die netten Begegnungen und somit einen rundum gelungenen Tag.

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